Carol Bowman: „Mama, ich war schon einmal erwachsen“

Angespornt durch eigene Erlebnisse erforscht Carol Bowman seit vielen Jahren Schilderungen von Kindern, die vermuten lassen, dass es die Reinkarnation wirklich gibt. In ihrer Arbeit orientiert sich die Therapeutin und Autorin an den bahnbrechenden Studien von Dr. Ian Stevenson, der 40 Jahre lang spontane Erinnerungen von Kindern an frühere Leben untersucht hat. In ihrem Buch „Mama, ich war schon einmal erwachsen! – Kinder erinnern sich an frühere Leben“ beschreibt Bowman spontane Erinnerungen an frühere Leben. Es wurde in 16 Sprachen übersetzt. Ihr zweites Buch zu diesem Thema hat den Titel „Ich werde wieder bei dir sein! Wiedergeburt in der Familie“.

Darf ich mit einer herausfordernden Frage beginnen? Reinkarnation – waren wir alle schon einmal hier, in einem anderen Leben?

BOWMAN: Das ist eine interessante Frage. Denn einerseits würde ich sagen ja, andererseits würde ich sagen, es gibt keine Möglichkeit, das genau zu wissen. Wir könnten andere Erfahrungen in anderen Dimensionen haben – ich weiß nicht – da wird es kompliziert. Aber meiner Erfahrung nach haben die meisten von uns frühere Inkarnationen auf der Erde erlebt.

Das ist sehr interessant und vielleicht ist dieser Gedanke für einige Menschen hier neu. Bei der Vorbereitung für dieses Interview habe ich viele stichhaltige Beweise gefunden, die sehr nahelegen, dass es wirklich so ist. Welche Erfahrungen haben Sie denn am meisten davon überzeugt, dass die Reinkarnation eine Tatsache ist? Können Sie das an ein oder zwei Beispielen schildern, die Sie besonders beeindruckt oder bewegt haben?

BOWMAN: Mitte der 1980er Jahre litt ich an einer chronischen Lungenerkrankung, mein Zustand wurde immer schlechter, ich litt an Lungenentzündung, Rippenfellentzündung, Bronchitis, Asthma. Die ärztlichen Behandlungen konnten mir nicht helfen. Ungefähr zur selben Zeit hatte ich Wachträume oder Visionen von mir selbst in anderen Lebensumständen, einem anderen Leben. Ich war offen gegenüber der Idee der Reinkarnation, aber ich hatte keine Vorstellung vom praktischen Nutzen, ich hatte keine persönliche Erfahrung damit. Aber wie es das Glück oder das Schicksal wollte, sprach ich mit einem Freund darüber, und sechs Monate später rief er mich an und fragte „Ich kenne einen Reinkarnationstherapeuten, willst du das ausprobieren?“ Natürlich wollte ich! 

In der zwei Stunden dauernden Sitzung sah ich zwei Leben, die mir bedeutsam erschienen: eines im 19. Jahrhundert, in dem ich an Tuberkulose starb, damit waren auch emotionale Probleme verbunden, und außerdem hatte ich eine dramatische Erinnerung an ein Leben, in dem ich in den Gaskammern im 2. Weltkrieg starb. Das war weniger als 10 Jahre vor der Geburt, 1950, in mein gegenwärtiges Leben. Als diese Erinnerung in mir hochkam, war das mit intensiven Gefühlen verbunden. Ich ging durch das Erlebnis des Todes, wie das bei einer Rückführungstherapie üblich ist. 

In diesem herausgehobenen Zustand konnte ich sehen, was ich aus diesem vergangenen Leben in mein jetziges mitbrachte: Angst, Schmerz, Traurigkeit über alles, was ich in diesem Leben verloren hatte. Und es schien mir so, als hätte ich mein ganzes Leben hindurch Hinweise erhalten, aber erst mit dem Erlebnis der Rückführung kamen die Puzzleteile an ihren Platz. Und erstaunlicherweise verschwanden die Symptome in der Lunge. Das war eine der interessantesten Erfahrungen, die ich jemals gemacht hatte. Daher begann ich eine Ausbildung als Rückführungstherapeutin und ich machte zusätzlich ein Aufbaustudium als psychosoziale Beraterin, um fundiert arbeiten zu können und um mehr über die Arbeit als Beraterin zu lernen. 

Ein Jahr nachdem ich meine erste Rückführung erlebt hatte, entwickelten meine beiden Kinder Phobien. Mein Sohn, der damals 5 Jahre alt war, geriet während des Feuerwerks zum Nationalfeiertag am 4. Juli plötzlich in Panik. Sobald das Knallen begann, wurde er total hysterisch. Ich konnte das gar nicht verstehen, weil er sonst ein völlig unerschrockener kleiner Junge gewesen war. Als Mutter denkt man sich eben, vielleicht hat er zu viele Süßigkeiten gegessen oder er war überreizt von der Veranstaltung. Aber ein paar Wochen später waren wir in einem Hallenbad, wo die Leute von einem Sprungbrett sprangen, das tiefe wummernde Geräusche erzeugte, und er wurde wieder völlig hysterisch. Da musste ich wieder an das Feuerwerk denken und ich fragte mich, was wohl diese Reaktion auslösen mochte. Ich war damals als seine Mutter die ganze Zeit zu Hause, ich wusste genau, womit er in Kontakt kam, wir ließen die Kinder auch nicht viel fernsehen. Wir kamen also zum Schluss, dass diese lauten Geräusche ihn ängstigten, aber wir wussten nicht, wie wir damit umgehen sollten. Er sollte bald mit der Vorschule beginnen. 

Der Hypnose-Therapeut, der ein Jahr davor meine Rückführung gemacht hatte, war gerade in unserem Ort. Ich dachte, er könnte Chase, meinem Sohn Chase, hypnotisch suggerieren, dass er sich das nächste Mal, wenn er solchen Geräuschen ausgesetzt sein würde, nicht fürchten solle, vor allem, wenn er das erste Mal nicht zu Hause wäre. 

Die Sache verlief so: Chase sollte sich auf meinen Schoß setzen, er war ja damals noch recht klein. Der Therapeut sagte: Schließ deine Augen und erzähle mir, was du siehst, wenn du diese lauten Geräusche hörst, die dir Angst machen. Und sofort sagte Chase: „Ich bin ein Soldat, ich trage ein langes Gewehr mit einem Bajonett und kauere hinter einem Felsen. Überall ist Rauch, ich weiß nicht mal mehr, auf wen ich schieße.“

Als er das beschrieb, wusste ich gleich, das kommt nicht aus der „Sesamstraße“ oder irgendeinem anderen Kinderprogramm, das er vielleicht gesehen haben mochte. Er erzählte alles in der ersten Person, als wäre er dort gewesen, und es war eine Art Schlacht. Plötzlich sagte er: „Ich bin am Handgelenk getroffen!“ Er hielt sein Handgelenk fest und sagte: „Die bringen mich in ein Spital, aber das ist kein richtiges Spital!“

Chase selber war noch nie in einem Krankenhaus gewesen, er war sogar zu Hause auf die Welt gekommen! Er sagte: „Sie legen mich in ein Bett, kein richtiges Bett, sondern eine harte Bank. Sie haben mein Handgelenk verbunden und mir gesagt, dass ich zurück in die Schlacht muss. Ich will nicht gehen! Ich vermisse meine Frau und meine Kinder!“

Das war der Augenblick, als mir klar wurde, dass er über ein früheres Leben sprechen musste. Das hat er sicher nicht in einem Disney-Film gesehen. Norman, der Therapeut, sah, dass Chase sehr aufgewühlt war, weil er andere töten musste und weil er seine Frau und Kinder vermisste. 

Norman sagte daher in einfachen Worten, wie man eben zu einem Fünfjährigen spricht: „Wir leben viele verschiedene Leben und spielen in diesen Leben verschiedene Rollen, wie Schauspieler. In manchen Leben sind wir Soldaten und müssen andere Menschen töten und werden getötet, aber du musst dir keinen Vorwurf machen, wir sind da, um zu lernen.“

Da Chase auf meinem Schoß saß, konnte ich genau fühlen, dass er erst angespannt gewesen war, sich aber nun entspannte. Norman fragte: „Was passiert, wenn du zurück in die Schlacht gehst?“ – „Ich gehe eine staubige Straße entlang, Hühner sind auf der Straße, da ist ein Wagen mit großen Rädern, Pferde ziehen eine Kanone“ … Ich wusste nicht mal, dass er weiß, was eine Kanone ist … Chase sagte: „Sie zwingen mich zurück in die Schlacht zu gehen, ich bin hinter einer Kanone und muss an einem Seil ziehen! Und plötzlich schwebe ich über dem Schlachtfeld und sehe auf das rauchende Schlachtfeld hinunter.“ Und ich habe mir gedacht: „Ach du meine Güte!“ Und er sagte … anscheinend hatte er seinen Körper verlassen; er war in diesem Moment auf dem Schlachtfeld hinter der Kanone gestorben, und er erzählte, er habe hinunter gesehen und sei froh gewesen, von hier weg zu sein.

Und in dem Moment öffnete er seine Augen, sprang auf und spielte wieder mit seinem Lego. So, und ich saß da und fragte: Was … war … das?“ Norman meinte: „Das ist wahrscheinlich der Grund, warum es Geräusche gibt, vor denen er sich fürchtet. Denn er starb auf einem Schlachtfeld, hinter einer Kanone. Und das waren Geräusche, die seine Hysterie ausgelöst haben. Ich weiß nicht, wie ich das anders beschreiben soll.“ Und meine Tochter, die zu der Zeit neun Jahre alt war, saß bei uns und sagte: „Mama, das ist wo Chase …“ – als er erzählte, er sei am Handgelenk verletzt worden – „… das ist, wo er sein Ekzem hat.“ Seit er ein Baby war, vielleicht seit er neun oder zehn Monate alt war, hatte Chase ein chronisches Ekzem am Handgelenk, das auf keine medizinische Behandlung reagiert hat. Sein Kratzen war oft so schlimm in der Nacht, dass ich sein Handgelenk mit einer Mullbinde einwickeln musste, damit nicht jede Nacht die Bettwäsche voller Blut war. Kurz nach dieser 15-minütigen Sitzung verschwand seine Phobie vor lauten Geräuschen. Wir haben das bemerkt, weil er sich zu seinem Geburtstag sein erstes Schlagzeug gewünscht hat. Damit produzierte er ständig dröhnende Geräusche. Aber das, was noch aufschlussreicher, faszinierender war, war die Tatsache, dass das Ekzem, das nicht mit medizinischen Mitteln behandelt werden konnte, innerhalb von ein paar Tagen komplett verschwand.

Beeindruckend!

BOWMAN: Das war eine physisch manifestierte Erinnerung, die er da hatte. In den nächsten eineinhalb Jahren erwähnte er diese Erinnerung noch ein paar Mal, und als er älter wurde, konnte er sich besser ausdrücken und sprach mehr über seine Erfahrung. Dabei kam heraus, dass er ein schwarzer Soldat während des amerikanischen Bürgerkriegs gewesen war. 

Er wusste viel über die Artillerie, was später bei der Oprah Winfrey Show von einem Historiker bestätigt wurde. Sie ließ ihn nachforschen, was Chase gesagt hatte und ob das für einen Soldaten aus der Zeit stimmen könnte. Wir konnten nie seine Identität herausfinden, aber ein paar Bürgerkriegshistoriker konnten durch die Beschreibung des Schlachtfeldes die Stelle ermitteln, wo er gestorben war. 

Sehr Beeindruckend!

BOWMAN: Die Artillerie und das Gewehr … was Chase beschrieben hatte, passte zu der Zeit. Ich selbst wusste damals gar nicht, dass es afroamerikanische Soldaten gab, die im Bürgerkrieg gekämpft hatten. Sie waren freie Männer im Norden. Der Norden und der Süden waren getrennt wegen der Sklaverei.

Alles, was Chase sagte, stimmte mit den historischen Fakten überein, aber was am bezeichnendsten war, war dass er nicht nur eine emotionale Heilung erlebte, sondern auch eine physische – genau so wie ich selbst ein Jahr zuvor mit meiner Lunge. Das weckte dann wirklich mein Interesse, und ich startete meine Recherchen, damals mit Frauen aus der Gemeinde, die ich etwa fragte: „Hat Ihr Kind jemals über vergangene Leben gesprochen?“ Und ich fand heraus, dass es Geschichten gab, die diese Frauen noch nie jemandem erzählt hatten, denn sie sahen keinen Zusammenhang dafür.

Die Geschichten, von denen Sie erzählen, sind faszinierend und interessant. Dabei geht es bei diesem Thema ja nicht nur um einzelne persönliche Erfahrungen, wie Sie sie von sich selbst und von ihrem Sohn berichten. Das „Institut für Wahrnehmungsstudien“ an der Universität von Virginia berichtet von 2500 Fällen. Es wird dort schon seit mehr als 50 Jahren an dem Thema der Reinkarnation geforscht. Dr. Ian Stevenson dokumentierte 40 Jahre lang Fallberichte. Die Forschungen haben also eine Geschichte …

BOWMAN: Stimmt, und ich entdeckte Dr. Stevensons Arbeiten, nachdem ich meine eigenen Erfahrungen gemacht hatte. Ich hatte noch nie von ihm gehört. Und was er diesen 2500 Fällen entnehmen konnte, waren bestimmte Muster, die ich in meinen 30 Recherche-Jahren bestätigt fand: Dass Kinder spontane Erinnerungen haben können, sobald sie sprechen können, manchmal im Alter von 2 Jahren. Sie beginnen über ein anderes Leben zu sprechen. Normalerweise beginnen die Erinnerungen im Alter zwischen fünf und sieben Jahren zu verschwinden. 

Was ich nach meinen eigenen Erfahrungen am interessantesten fand, ist, dass emotionale Muster übertragen werden können. Kinder erinnern sich nicht nur an die Details eines anderen Lebens, sondern können Phobien auf dieses Leben übertragen, wie es bei meinem Sohn der Fall war, wenn er vor lauten, dröhnenden Geräuschen Angst hatte – aufgrund seiner Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Was sich durch meine Forschungen und die von Dr. Stevenson auch zeigte, ist, dass viele Erinnerungen, die Kinder haben – manche sind positiv, da ist keine Therapie nötig, sie sind einfach interessant – in beeindruckender Weise die Persönlichkeit des Kindes erklären. Aus dem Zusammenhang mit dem, was es erlebt hat, wird deutlich, warum ein Kind eine Fähigkeit oder ein Talent hat. 

Manchmal sind Begabungen nicht neu. Die Kinder erinnern sich, dass sie etwas schon einmal gemacht haben, aber Stevenson und ich haben herausgefunden, dass viele der Kinder, die solche Erinnerungen in sich tragen, emotionale Schwierigkeiten mit einer traumatischen Todesursache haben, mit nicht natürlichen Todesursachen. Auf einem Schlachtfeld oder bei einem Unfall zu sterben, wenn keine Zeit bleibt, um sich zu verabschieden … Man wird von einem Trauma festgehalten, und das Trauma wird teilweise mit den Emotionen übertragen, sogar die physische Todesart kann sichtbar werden – durch Muttermale oder Geburtsfehler. Auch die Neigung zu gewissen Krankheiten kann sich auf die Todesart beziehen, an die sich die Kinder erinnern. 

Die Kinder wissen von Dingen, die sie unmöglich wissen können. Aber nach meiner Heilung und der Heilung meines Sohnes wurde mir klar, dass Dr. Stevenson während seiner langen Karriere wunderbare Arbeit geleistet hat, indem er solche Fälle faktisch überprüfte. Er war dabei sehr genau. Er interviewte Familienmitglieder. Hat das Kind das wirklich gesagt, und wie alt war es? Konnte es davon irgendwo anders gehört oder gelesen haben? Stevenson liefert wirklich gute Belege dafür, dass diese Erinnerungen echt sind und die Reinkarnation eine Realität ist. Denn das ist die einzige Schlussfolgerung, zu der solche Erinnerungen führen, oder physische Merkmale, die in das jetzige Leben übertragen worden sind. Die Erinnerungen von Kindern zeigen einfach sehr viele eindeutige Zusammenhänge auf. Stevenson lieferte mir also einen unglaublich wertvollen Rahmen, indem ich jetzt weiß: Was mir selbst passiert ist und was meinen Kindern passiert ist, das ist gar nicht so ungewöhnlich. 

Allerdings war ich überrascht, dass Stevenson nie über Heilungen gesprochen hat – in dem Sinn, dass die Kinder über ihre Erinnerungen sprechen und sie verarbeiten, so wie es mein Sohn in seiner ersten Sitzung getan hat, und wie ich das gelernt habe während eines Trainings zur Therapiearbeit mit Erwachsenen. Er stellte für mich aber eine Plattform bereit, um das Potential solcher Erinnerungen für die Heilung zu erforschen. Und nach 30 Jahren der Forschung kann ich bestätigen, dass Traumata auf Kinder übertragen werden. Ich habe ein paar unglaubliche Fälle, die das unterstreichen. Aber wir können den Kindern helfen, das Trauma in diesem Leben zu verarbeiten, wenn sie keine Zeit mehr hatten, es im vergangen Leben zu verarbeiten. Und wenn man das macht, löst sich die Energie rund um dieses Muster auf und die Kinder können ihre Ängste oder ihren Ärger endlich loslassen und in ihren jetzigen Körpern mehr präsent sein. Und darum geht es eigentlich. Wir schleppen oft etwas mit uns, und wenn wir es nicht verarbeiten, dann wird es uns auch im Erwachsenenalter weiterhin beeinträchtigen. 

Meine Arbeit entwickelte sich dahingehend, dass es mehr und mehr um die Heilung ging. Ich habe nicht die Ressourcen, um wie Dr. Stevenson auf der ganzen Welt unterwegs zu sein, aber ich habe mich auf Fälle in der westlichen Kultur konzentriert, auf amerikanische Eltern, die an Reinkarnation nicht geglaubt hatten.

Dabei hatte ich Glück. Nur etwa zehn Jahre, nachdem ich meine Forschung begonnen hatte, etablierte sich das Internet, und mir konnten viele Menschen über E-Mail von ihren Fällen berichten. Sonst wäre es gar nicht so leicht gewesen, Fälle zu finden, aber seitdem habe ich Hunderte Fälle berichtet bekommen. Mir werden noch immer fallweise neue zur Kenntnis gebracht. 

Es handelt sich um ein reales Phänomen, das sich auch in Kulturen zeigt, die nicht an Reinkarnation glauben. Das ist der Unterschied zur Art und Weise, wie Dr. Stevenson seine Forschungen machen musste. Er hatte nicht viele Fälle aus dem Westen, aber er hatte viele asiatische Fälle, denn er hatte Kollegen in diesen Ländern, die an Reinkarnation glaubten. Die Eltern reagierten also nicht so: „Oh mein Gott, ich weiß nicht, was das ist! Ich kann mit niemandem darüber sprechen.“ Sie waren bereit, dem Professor einer Universität oder auch einer Zeitung davon zu erzählen. Es gibt ein paar großartige Berichte von asiatischen und indischen Kindern, die sehr detailliert waren und verifiziert werden konnten. Ich konzentriere mich auf die 99 Prozent der Fälle, in denen sich die Kinder nicht an ihre Namen in der Vergangenheit erinnern können, auch nicht an die Namen von Verwandten oder wo sie gewohnt haben, also auf die nicht so detailreich dokumentierten Fälle.

Interessant ist aber schon, dass man in der Reinkarnationsforschung eben auch auf faktische Daten trifft, die man bestätigen oder bei denen man mit weiteren Nachforschungen beginnen kann. Können dabei Erinnerungen nicht auch als Kompass dienen? Erinnerungen, die sich durch Träume manifestieren, oder solche wie im Falle Ihres Sohnes, der auf dröhnende Geräusche reagierte? Ich hatte sofort die Assoziation zu Kanonen als Sie davon erzählten …

BOWMAN: Bei ihm lösten Geräusche die Erinnerungen aus, und solche Auslöser von Erinnerungen gibt es das ganze Leben über beim Posttraumatischem Stresssyndrom.

Das ist ein technischer Begriff in der Traumaforschung. Bestimmte Momente lösen etwas aus, das jemand durchlebt hat, das er zumindest in dieser Lebenszeit einmal erlebt hat. Aber man kann den Rahmen ja erweitern und davon ausgehen, dass es nicht unbedingt in diesem Leben gewesen sein muss, sondern auch in einer anderen Zeit gewesen sein könnte, wie das der Fall Ihres Sohnes Chase veranschaulicht und zu beweisen scheint.

Und wir sind hier im Westen wohl vor allem nur darauf aus, herauszufinden, ob solche Erinnerungen echt sind oder nicht, ob wir gesammelten Daten und Fakten die Aussagen der Kinder beweisen können. Aber was dann? Müsste nicht sofort in logischer Konsequenz die nächste Frage lauten: Was mache ich, wenn ich weiß, es handelt sich wohl wirklich um Reinkarnationserinnerungen?

BOWMAN: Ja, es geht um den praktischen Nutzen dieses Phänomens. Ich bin ein sehr praxisorientierter Mensch und habe den Nutzen für meine Kinder gesehen, die Veränderung in meinem Sohn. Und in über 30 Jahren habe ich dramatische Veränderungen bei manchen Kindern miterlebt, die von ihren Eltern therapiert wurden, die mein Buch gelesen hatten. Ich berate auch Eltern. Wenn man einem Kind erlaubt, über solche Erinnerungen zu sprechen, ohne es zu stoppen oder zurückzuweisen, dann gibt es ein großes Potential für eine Heilung. Und ich finde, dafür ist meine Arbeit da. Eltern sollen in der Lage sein, echte Erinnerungen aus einem vergangenen Leben bei ihren eigenen Kindern zu identifizieren und sie von Fantasiegebilden zu unterscheiden. Ich möchte den Eltern auch Wegweiser bieten, ihnen zeigen, wie man mit einem Kind spricht, wenn es verstörende Erinnerungen an ein vergangenes Leben mit sich trägt, ein belastendes Trauma. 

Bei positiven Erinnerungen sollte man das Kind einfach sprechen lassen und bewundern, was sie sagen. Es kann sehr viel Aufschluss über derzeitige Erlebnisse und über die Persönlichkeit des Kindes geben, und es ist wirklich wichtig, dass das Kind die Gelegenheit hat, seine eigenen Eltern in diese Informationen einzuweihen. Ich denke, die meisten Kinder würden es nicht als angenehm empfinden, mit einem Fremden über so etwas zu sprechen. Aber gegenüber der Mutter oder dem Vater, oder einem engen Verwandten sind sie bereit, sich zu öffnen.

Eltern sollten sich auch immer bewusst sein, dass ihre Kinder sozusagen noch Windeln tragen, wenn solche Erinnerungen eine Rolle zu spielen beginnen. Sie sind sehr jung. Aber man sollte es ihnen erleichtern, sie zum Ausdruck zu bringen, die oft sehr starken Emotionen, die damit verbunden sind. Eltern sollten sich in die Realität ihrer Kinder hineinversetzen und herausfinden, woher ein konkretes Problem rühren könnte. Ist es, weil sie als Erwachsener gestorben sind und Kinder zurückgelassen haben? Oder starben sie in einem Krieg und der Tod kam so plötzlich und war so schrecklich, dass sie diese Erinnerungen mit sich herumschleppen? 

Man muss zuhören und versuchen, Zusammenhänge zu erkennen. Und dem Kind dann gegebenenfalls erklären, dass das etwas ist, das vor seiner Zeit passiert ist, dass sie jetzt in einem neuen Leben sind. Und ihm Sicherheit bieten – vor allem, wenn es durch seine Erlebnisse das Gefühl hat, nicht geschützt zu sein. Es kämpft gedanklich ja vielleicht immer noch in einer Schlacht. Was immer passiert ist, man muss verdeutlichen, dass es vorbei ist, dass das jetzt ein neues Leben in einem neuen Körper ist. Und auch wenn das seltsam klingt: Es ist sehr hilfreich für das Kind. Denn wenn es mitten im Prozess ist, wenn es über seine Erinnerungen spricht, dann oft in der ersten Person. Es sagt dann: „Ich bin ein Soldat“ oder „Ich habe eine Frau und Kinder“, wie es auch bei meinem Sohn war. Man muss wirklich verstehen, dass Kinder zwischen ihrem vorigen Leben und der Realität in der Jetztzeit oft nicht unterscheiden können, wenn sie 2, 3 oder 4 Jahre alt sind. Für sie ist es eine Realität, die sich fortsetzt, und sie sind noch mitten einem Prozess, stehen noch mit einem Bein im vergangenen Leben und können es nicht vom Leben jetzt unterscheiden. Die Arbeit der Eltern besteht also darin, den Kindern zuzuhören und sie dahingehend zu leiten, dass sie ganz verstehen, jetzt in einem neuen Körper und einer neuen Realität zu sein. „Ich bin Deine Mutter. Ich werde dich beschützen oder Dir geben, was immer für Deine Sicherheit nötig ist.“

Im Alter zwischen 5 und 7, wenn sich die Kinder schon mehr auf ihre Außenwelt eingestellt haben und die Innenwelt nicht mehr so im Vordergrund steht, öffnet sich nach meinen Erfahrungen ein wertvolles Zeitfenster, das die Möglichkeit bietet, die Kinder zu heilen, indem sie das alles verarbeiten, was an belastenden Erinnerungen aus dem vergangenen Leben noch gegenwärtig ist. Dann hat man wirklich gute Chancen, sie für ihr restliches Leben zu heilen. Manchmal werden Verhaltensmuster oder Phobien auch anhalten, bis die Kinder sie später einmal aktiv loslassen, sobald sie dafür bereit sind, reifer geworden sind und mehr verstehen. Aber das ist ein anderer Prozess, als wenn man überhaupt erst später auf die Erinnerungen zugreift, als ein Erwachsener oder als älteres Kind, denn dieses Zeitfenster ist dann bereits geschlossen. 

Für ein Kind ist es die wertvollste Gelegenheit, wenn es über seine Erinnerungen sprechen kann, sobald sie sich auswirken, wenn es Unterstützung darin bekommt, loszulassen. Es geht immer darum, das Trauma loszulassen. 

Sie erzählten von dem Auslöser im Fall Ihres Sohnes Chase. Das entspricht den Erkenntnissen, die Dr. Stevenson und die Forscher an der Universität von Virginia aus ihren Fällen ziehen konnten: Manchmal gibt es auslösende Momente, die, wie beim Ihrem Sohn, dramatische Reaktionen auslösen. Es gab da ja auch den berühmten Fall von James Leininger. Er war ein Pilot im 2. Weltkrieg gewesen, der bei einem Flugzeug-Abschuss gestorben war. Er erzählte von diesen Erlebnissen als Kind sehr detailgenau und verifizierbar … was Skeptiker allerdings trotzdem nicht überzeugt, weil sie persönliche, subjektive Erlebnisse generell im Widerspruch zu überprüfbaren, objektiven Daten sehen. Sie jedoch sind durch Ihre eigene Forschungsarbeit davon überzeugt, dass Kinder mit solchen Erfahrungen etwas erzählen, das sich später als faktisch wahr herausstellen kann, richtig?

BOWMAN: Ja, und im Fall von James Leininger habe ich übrigens viele Jahre mit seinen Eltern gearbeitet.

Das wusste ich gar nicht!

BOWMAN: Ich kann darüber gern ein wenig mehr berichten, denn es handelt sich um einen sehr gut dokumentierten Fall. Einer von denen, wo ein Kind mit bestimmten Erinnerungen auf die Welt kommt. James war etwa 2 Jahre alt, genau 22 Monate, glaube ich. Seine Eltern kontaktierten mich, weil er fünfmal die Woche Albträume hatte. Er sei hysterisch, unruhig und er würde rufen: „Kleiner Mann kommt nicht raus. Flugzeug brennt!“ James trat und schlug um sich und seine Eltern wussten nicht, was da passierte, aber es war sehr verstörend für die Familie. Und natürlich war es für den armen Kleinen ebenso verstörend. James war immer von Spielzeugflugzeugen besessen. 

Seine Mutter, Andrea, kontaktierte mich schließlich, weil ihre Mutter gemeint hatte, dass es sich um Erinnerungen an ein vergangenes Leben handeln könnte. Sie kannte mein Buch, las es, und schickte mir dann eine E-Mail. Ich bestätigte ihr, dass es sich sehr wahrscheinlich um die Erinnerung an ein vergangenes Leben handeln könnte. Sein Alter spreche dafür, die Art und Weise, wie er den Flugzeugabsturz erlebe, seine Besessenheit von Spielflugzeugen und auch echten Flugzeugen … Sie müsse mit James sprechen, Zugang zu seiner Realität finden und ihm versichern, dass jetzt alles in Ordnung ist. Das machte sie und berichtete mir bald, dass die Albträume seltener wurden, dass sie nur noch ein oder zweimal die Woche auftraten. Die Eltern hörten ihrem Sohn zu, gingen auf ihn ein. Was ist passiert? „Kleiner Mann kann nicht raus … Flugzeug brennt … ich kann nicht raus!“ Die Erinnerungen verloren ihre Energie in dem Maß, wie die Eltern mit ihrem Sohn sprachen, auf seine Realität eingingen anstatt sie zu verleugnen. Wenn sie keine Antworten wussten, gaben sie es zu, aber sie gingen auf ihren Sohn ein. Danach sprach er bald freier über sein Leben als Pilot und er erinnerte sich sogar an den Flugzeugtyp, den er flog, und an den Namen eines Flugzeugträgers. 

James Vater, ein sehr frommer Christ, weigerte sich aber trotzdem zu glauben, dass es sich hier um ein vergangenes Leben handeln könnte. James Mutter glaubte daran, denn sie sah die Ergebnisse und betrachtete Reinkarnation als eine logische Erklärung. Der Vater, Bruce, wollte es nicht glauben. Deshalb begann er nachzuforschen, wenn immer James etwas von seinem vergangenen Leben erzählte. Zum Beispiel, als er sagte, er sei eine Corsair geflogen. Seine Eltern wussten nicht, was eine Corsair ist. Sie forschten nach und entdeckten, dass es sich um einen Flugzeugtyp handelt, der im 2. Weltkrieg tatsächlich verwendet worden war. 

Ein Kampfflugzeug aus diesem Krieg …

BOWMAN: Die Eltern fragten, ob James sich an Namen von Freunden erinnern könne, und er sagte: „Ja, Jack Laarson.“ Und sie forschten nach. Es gab tatsächlich einen Jack Laarson, der auf einem Flugzeugträger in der Natoma Bucht stationiert war, genau, wie es James gesagt hatte, bevor sie zu recherchieren begannen. Es gab einfach so viele Übereinstimmungen in diesem Fall! Tatsächlich aber ist das ein herausragender Fall, wir konnten nicht viele ähnliche Fälle im Westen dokumentieren. James schloss mit diesen Erinnerungen ab. Wir waren gemeinsam in einer Fernsehshow, ABC Prime Time, eine sehr bekannte Sendung in den USA. Und nachdem eine japanische Produktionsfirma diese Sendung gesehen hatte, sponserte sie eine Reise nach Japan für James und seine Eltern, und sie veranstalteten dort eine Gedenkfeier, wo sein Flugzeug abgeschossen worden war. 

Können Sie sich das vorstellen? Und Andrea, die Mutter, erzählte, dass sie mit einem kleinen Schiff hinaus in den Atlantik fuhren, dorthin, wo das Flugzeug abgestürzt war, und alle weinten. Das war sehr emotional!

Es gab auch noch einen besonderen Aspekt. James erzählte ja so viele Dinge, die interessant waren, seine Eltern schrieben dann auch ein Buch mit dem Titel „Seelenüberlebender“, in dem die ganze Geschichte nachzulesen ist. Aber eine Sache, die ich bemerkenswert fand, war, dass James, als er klein war, immer wieder Flugzeuge gezeichnet hatte, die abgeschossen wurden, und auch Boote, aus denen Feuer kam, das die Flugzeuge traf. Bis zur Gedenkfeier im Pazifik zeichnete er Flugzeuge, und bei allen war der Vorderteil abgeschossen worden. Die Propeller waren weg. Seinen Erzählungen zufolge war das auch passiert, als er abstürzte. Die Überlebenden auf dem Flugzeugträger in der Natoma Bucht konnten das bestätigen. Sie haben viele Details dieses Falls bestätigt. Und nach der Gedenkfeier zeichnete James ein intaktes Flugzeug, das über eine Blumenwiese flog. Das war seine Interpretation.

Trotz allem bereitet das Feld, auf dem wir uns hier bewegen, einige Schwierigkeiten. Schon aufgrund der ausgesprochenen Skepsis im Westen. Die Medizin neigt zur Interpretation, dass es sich hier um einen Fall von multipler Persönlichkeitsstörung handelt, sie unterstellt, dass Kinder mit solchen Erinnerungen sich etwas zusammenfantasierten oder dass sie paranoid seien. Skeptiker könnten darauf hinweisen, dass kleine Kinder anfällig dafür sind, überall alles aufzunehmen und Geschichten zu kreieren, denn das sei typisch für die Kindheit. Wie kann man solchen Argumenten begegnen? Sie haben die körperlichen und emotionalen Aspekte erwähnt, die Auflösung, zu denen die Berichte führen können. Tatsächlich erscheint Ihre Interpretation naheliegend. Aber wie finden wir noch mehr Sicherheit, dass es sich um wahre Begebenheiten handelt? Denn es geht hier ja um sehr subjektive, persönliche Daten – die man zunächst auch zulassen muss, um dann geschichtliche Fakten finden und die Fälle abschließen zu können.

BOWMAN: Die Frage, wie man echte Begebenheiten von Fantasiegebilden oder Einbildung unterscheiden kann, habe ich in meinem ersten Buch „Mama, ich war schon einmal erwachsen!“ behandelt. Denn das ist eine wichtige Frage. Ich konnte aus all den Fällen gewisse Anzeichen herausfiltern, die darauf hindeuten, dass es sich wahrscheinlich um die Erinnerung an ein vergangenes Leben handelt. Um sie zu erkennen, ist es wichtig, nicht nur etwas beweisen zu wollen, sondern wirklich auf das einzugehen, was das Kind sagt. Die Zeichen beginnen normalerweise in der frühen Kindheit. Die Kinder sind normalerweise jünger als fünf Jahre alt, wenn sie beginnen, über ihre Erinnerungen des vergangenen Lebens zu sprechen. Sie erzählen von Dingen, über die sie nichts wissen können, für die ihnen die Lebenserfahrung fehlt. Wie im Fall von Chase, da wusste nicht mal ich über all die Details im amerikanischen Bürgerkrieg Bescheid. Und ich finde jetzt immer noch neue Belege dafür, dass das, was Chase sagte, stimmt, denn ich habe während der pandemiebedingten Auszeit weitere Dokumentationen über den Bürgerkrieg gesehen. Es geht also um Details, von denen Kinder aufgrund ihres Alters nichts wissen können, die außerhalb ihres Erfahrungsbereichs liegen, die sie nicht aus dem Fernsehen oder aus einem Film kennen können, und von denen sie auch über andere Kinder nicht hätten hören können.

So spezifische Details wie etwa das Abschießen der Vorderteile von Flugzeugen. Das war eine Taktik im Zweiten Weltkrieg, um Luftkämpfe zu gewinnen. Der sicherste Weg, um ein Flugzeug abzuschießen war den Propeller zu beschießen. Dann war der Motor weg und das Flugzeug fiel vom Himmel …

BOWMAN: Ja, genau. Wenn Kinder über ein Fantasiegebilde sprechen, dann haben sie auch eher eine gesangartige, trällernde Stimme, meist in höherer Lage. Wenn sie dagegen über Erinnerungen aus einem vergangenen Leben sprechen, haben sie ein ernsthafteres Auftreten. Sie sagen es so, als ob es selbstverständlich wahr wäre. Und sie sprechen manchmal in der Gegenwart, zum Beispiel: „Ich bin ein Soldat.“ Oder: „Meine Frau und meine Kinder sind in dem Feuer umgekommen.“ Wirklich mit einer Selbstverständlichkeit. Wenn man nachfragt: „Also das ist jemandem passiert …“ Dann sagen sie: „Nein, das war ich.“ Sie bestehen darauf und fragen: „Erinnerst Du Dich nicht auch daran? Erinnerst Du Dich nicht?“

Wie schon gesagt, sie sprechen in der ersten Person, mit großer Selbstverständlichkeit, und manchmal kommen zu dem, was sie sagen, auch die passenden Verhaltensweisen- oder Eigenheiten. Wenn sie etwa davon erzählen, auf einem Boot von Bord gefallen und gestorben zu sein, dann passt das zu der Phobie vor Wasser, die sie zeigen. Das gehört zu den Gegebenheiten, die Dr. Stevenson herausfand – und es geht dabei um einen sehr hohen Prozentsatz. Er sagte, in etwa 35 % Prozent der Fälle eines traumatischen Todes zeigen die Kinder Phobien, die mit der Art des Todes zu tun haben. Ich denke aber, der Prozentsatz ist noch höher als Dr. Stevenson angenommen hat. Es kommt viel häufiger vor, dass Kinder Phobien zeigen, die in Verbindung zu ihrer Todesart stehen. Es gibt Verhaltensweisen, die beim Spielen zum Vorschein kommen können, sich wiederholende Themen, die ihr Spielen prägen. Oder sie haben Fähigkeiten, die sie nicht in diesem Leben entwickelt haben, sogar komplexe Fähigkeiten. Ich hatte einen Fall, wo die Mutter berichtet hat, dass ihr Sohn – ich glaube, er war zu der Zeit etwa vier Jahre alt – einen Knopf seiner Jacke verloren hatte. Er ging mit dem Nähkästchen in sein Zimmer und nähte den Knopf wieder perfekt an. Als sie ihn fragte, warum er das könne, antwortete er: „Als ich ein Matrose war, musste ich meine eigene Kleidung nähen.“ Er begann darüber zu sprechen, dass er auf einem alten Segelboot war und wie es in der Nacht knarrte, wenn er versuchte, zu schlafen. 

Und wieder so ein Detail, das darauf hinweist, dass er wirklich dort war …

BOWMAN: Es handelt sich um eine erworbene Fähigkeit, die in diesem Fall übertragen wurde. Und wenn man an all die Wunderkinder denkt, dann kann man sich schon fragen, woher ihre Fähigkeiten wirklich kommen. 

Gegenüber einer Fantasie haben diese Fälle eine ganz andere Qualität. Alles ist realistischer und selbstverständlicher. Und wenn man einmal nicht genau weiß, ob es sich um ein Fantasiegebilde handelt oder wirklich um Erinnerungen an ein vergangenes Leben, ist es auch nicht schlimm. Man sollte Kinder immer dazu ermutigen, darüber zu sprechen. Wenn es sich um ein vergangenes Leben handelt, wird es ihnen nicht schaden. Es kann kein Schaden entstehen. Es ist schlimmer, wenn man diese Dinge nicht anspricht. Man sollte einfach Gespräche mit den Kindern führen und offene Fragen stellen. „Was ist passiert, als Du vom Boot gefallen bist?“ – „Ich fiel in das Wasser und konnte nicht atmen. Und ich bin gestorben.“ – „Und was passiert dann?“ Oftmals erzählen Kinder über den Tod und das Jenseits.

Es steht also außer Frage, dass es hilfreich ist, den Kindern mehr Raum zu geben, damit sie über diese Dinge offener sprechen können. Dass Eltern solche Erzählungen nicht vorschnell als Fantasie abtun und ihnen skeptisch gegenüber stehen. Und es geht ja sogar über emotionale Erinnerungen hinaus. Sie haben selbst von ihrem Sohn berichtet, dass er dieses Ekzem an seinem Handgelenk hatte, das dann bald wieder verschwand, als das Thema gelöst wurde …

BOWMAN: Ich habe ein kleines Nachwort zu dieser Geschichte, das meines Erachtens sehr interessant ist. Ich schrieb damals mein Buch und berichtete über viele Fälle von Kindern und andere Reinkarnationsfälle. Und ich berichtete auch, dass das Ekzem von Chase komplett verschwand. Nachdem das Buch herausgekommen und ich bei Oprah und all den anderen Fernsehshows aufgetreten war, begann Chase mit seinem Studium – in meiner Nähe. An einem Wochenende kam er nach Hause und sagte: „Mama, mein Ekzem ist wieder da.“ Und ich sagte: „Oh nein, und das, nachdem ich es im Buch erwähnt und all diese Interviews gegeben hatte.“ Ich wollte von ihm dann wissen, was in letzter Zeit passiert sei. Er stand da, dachte nach, und antwortete dann: „Um den Kredit für das Studium zu bekommen, musste ich mich zur Einberufung eintragen.“

Also sogar der Gedanke an den Militärdienst löste diese Erinnerung aus! Das Ekzem verschwand dann wieder. Chase ist jetzt etwa 40 Jahre alt, und er war 18 oder 19, als das passierte. Das Ekzem blieb weg. Aber der Gedanke an das Militär hatte eine physische Reaktion ausgelöst. Sie war ein wichtiger Teil seiner Erinnerung. Es geht hier um den emotionalen Teil, der sich auch visuell zeigen kann. Tatsächlich können die Erinnerungen an ein vergangenes Leben alle Aspekte unserer Persönlichkeit und unseres Körpers beeinflussen.

Ich würde dieses Thema gerne noch ein wenig vertiefen. Es gibt ja auch physisch sichtbare Geburtsmale auf dem Köper des Kindes, die in Verbindung zu einer tödlichen Verletzung im vergangenen Leben stehen. Es gibt einen Fall, wo ein Kind mit zwei Geburtsmalen am Körper auf die Welt kam, die genau den Ein- und Austrittsstellen einer tödlichen Kugel entsprachen. Die tödliche Schussverletzung im vergangenen Leben konnte in diesem Fall tatsächlich bestätigt werden.

BOWMAN: Ja!

Auch andere Fälle mit Verbrennungen oder ähnlichem sind bekannt. Jemand hatte im vergangenen Leben die Finger seiner rechten Hand verloren, weil er in eine Maschine geraten war, und das Kind wurde mit einer verkrüppelten rechten Hand geboren. Von einer anderen Person, die sozusagen nur mit einem halben Kopf geboren worden war, wurde berichtet, dass sie offenbar im Leben davor durch einen mächtigen Treffer in den Kopf erschossen worden war. Ähnliche Fälle sind viele bekannt – dramatische Verletzungen, die den Tod im vergangenen Leben verursacht hatten. Das ist aber nur ein Aspekt. In der Traumaforschung geht man davon aus, dass die Nachkommen von jemandem in der Familie, der ein Trauma erlebt hat, darunter immer noch leiden können, dass zum Beispiel die traumatischen Belastungen der Großeltern weitergegeben werden. Familien, die von traumatischen Erlebnissen im zweiten Weltkrieg betroffen waren, haben darüber typischerweise nie gesprochen, das Thema wurde tabuisiert. Es ist daher wohl auch möglich, dass Menschen Symptome des Posttraumatischen Stresssyndroms aufweisen, auch wenn sie die damit verbundenen Dinge gar nicht selbst erlebt haben. Solche Übertragungen akzeptiert man in der westlichen Kultur als Faktum. Aber diese sichtbaren Geburtsmale oder -fehler: Haben Sie da eine Idee, wie so etwas übertragen werden könnte? Taugen solche Körpermerkmals als Beweis für die Reinkarnation?

BOWMAN: Es sind eher Beweise für die Echtheit von Erinnerungen. Wie es zu seiner solchen Übertragung kommt, bleibt mysteriös. Sicher ist die Erkenntnis wichtig, dass wir Energie sind. Ich denke, es ist nun schon allgemeiner bekannt, dass wir mehr sind als nur das Physische. Wir sind Energie, bestehen aus Energie, das Universum besteht aus Energie. Es gibt etwas – die Seele, das energetische Feld … –, das den Körper verlässt. Damit wird etwas programmiert, das über das Epigenetische, über das Physische hinausgeht. Sogar der Bereich des Epigenetischen bietet keine Gewissheit, sondern zeigt nur eine Tendenz. Ich denke, dass eine Art energetisches Muster übertragen wird, das der genetischen Veranlagung vorangeht, wie etwa bei dem Ekzem von Chase, das an dieser bestimmten Stelle des Handgelenks auftrat. Das war sozusagen der genaue „Treffer“ seines Traumas.

Energie, Muster, Programmierung eines energetischen Feldes. Können wir es „konzeptionelles Feld“ nennen oder, wie Gurwitsch, morphisches Feld?

BOWMAN: Morphogenetisches Feld …

Ja, genau. Die Epigenetik ist wohl ein weiterer Aspekt im gleichen Phänomen. Aber wie es scheint, ist die Wissenschaft in ihrer dogmatischen Beengung, wenn man das so nennen darf, von einem Verständnis weit entfernt.

BOWMAN: Ich glaube, man kann von Wissenschaft auch geblendet sein! Es gibt viel mehr als nur die Wissenschaft.

Ja, und die Frage, die sich nun in Bezug auf Ihre Arbeit und Erfahrung aufdrängt ist: Wäre es an der Zeit, das Konzept der Seele, die mehrere Erdenleben durchlebt, wieder einzuführen? Dass wir schon einmal hier waren und wieder zurückkommen werden? Gibt es nicht schon ausreichend Hinweise dafür, dass es richtig ist, die Idee von reinkarnierenden Seelen auch wissenschaftlich zu untermauern? Die Bereiche des subjektiven Erlebens und wissenschaftlicher Methodik zusammenzuführen?

BOWMAN: Auf jeden Fall. Ich denke, es steckt hinter dem allen eine Intelligenz. Es gibt sicherlich einen Teil von uns, der nach dem Tod nicht ausgelöscht ist. Es gibt eine Kontinuität des Bewusstseins, und ich nenne diese Kontinuität „Seele“. Da ist etwas im Inneren, es ist energetisch, es überwindet den physischen Körper – also kann es „Seele“ genannt werden. Seele ist ein gutes Wort, denn es bedeutet mehr als nur Belebung. Es steht für Qualität, für eine bestimmte Signatur …

Das ist etwas, das wir erst mit der Zeit erkennen … vor allem, wenn wir uns an mehrere Leben erinnern. Es gibt bestimmte Themen, und ich denke, sie sind da, damit wir lernen – ohne dass es dabei eine geradlinige Entwicklung gibt. Wir können uns verbessern, wir können uns zurück entwickeln, aber wir lernen dabei. Wir lernen, was es bedeutet Mensch zu sein. Und ich denke, dass viele Weltreligionen zeigen, dass sich alles um Liebe und Mitempfinden dreht. Man kann alle Dogmen beiseitelassen und sich auf diesen Kern der Religionen konzentrieren, um das Richtige zu machen. Alles was wir brauchen, ist Liebe. Wir alle versuchen so zu leben. Und ich denke, es gibt eine Frequenz oder eine Signatur unserer persönlichen Energie, die im Wandel der Zeit fortbesteht. Aber von einer weiteren Perspektive betrachtet, sind wir alle eins. Wir sind alle Energie. Vieles, das wir als Realität betrachten, erweist sich – etwa auch im Sinne des Buddhismus oder Hinduismus –, als Illusion. Hinter allen Schichten der Realität bleibt nur Energie übrig. Ich denke, so einfach ist das. Aber es ist nicht immer einfach, darin zu leben, das ist klar. Auch der Tod ist ein Teil dieses Stroms des Bewusstseins.

Ich denke, wir sind geprägt durch unsere Erfahrungen und durch die Zeit, in die wir hineingeboren werden, durch die Kultur, in der wir leben, die Lebensumstände. All das gehört mit zu unserem Lernprozess. In gewisser Weise ist alles darauf abgestimmt, und vielleicht arbeiten wir an diesem „Design für unser Leben“ auch mit. Ja, vielleicht. Jedenfalls steckt ein Zweck hinter allem. Es gibt ein höheres Bewusstsein, in das wir manchmal kurz einen Blick hineinwerfen können, aber die meiste Zeit kommen wir damit nicht in Berührung, würde ich sagen …

Weil wir so auf die Erde fokussiert sind und auf die Dinge, die hier passieren? Darauf, mit unserem irdischen Leben zurecht zu kommen?

BOWMAN: Wir sind gehirngewaschen, könnte man dazu auch sagen, kulturangepasst und konditioniert. Wie William Blake sinngemäß meinte … wir sind auf unsere beschränkten Sinne begrenzt. Wir sind mehr als unsere fünf Sinne wahrnehmen. Ich glaube, er hat formuliert: „Wir sehen die Welt durch die Spalte unserer Sinne.“ Wir sind eingeschränkt. Aber wir können auch mystische Momente erleben, die Verbundenheit mit einer höheren Intelligenz oder Energie. Und ich denke, das ist die Realität. Der Rest ist nur …

… Illusion

BOWMAN: … Beschränkung durch unsere Sinne und unsere Erfahrungen.

Nahtoderfahrene scheinen das zu bestätigen. Sie sprechen typischerweise von einer höheren Realität, die sie dort erleben. Noch eine Frage zur Reinkarnation: Kennen Sie einen Fall, wo jemand wieder in die gleiche biologische Familie geboren wurde?

BOWMAN: Nun ja, in meinem Zweiten Buch „Ich werde wieder bei dir sein!“ geht es genau darum, um Reinkarnation in derselben Familie. Ich denke, es gibt Gründe, warum man in dieselbe Familie zurückkehrt. Und das Buch habe ich geschrieben, weil es solche Fälle gibt. Vor allem, wenn ein Kind stirbt und dann innerhalb weniger Jahre zur gleichen Mutter zurückkehrt, ist das sehr beeindruckend. Für mich ist das ein Wunder … und es macht Hoffnung. Es geschieht wirklich. Ich musste die Frage untersuchen, ob Reinkarnation einfach eine Art Zufall ist. Passiert es einfach, dass wir in einer bestimmten Familie landen? Es scheint, dass wir zur selben Familie zurückkommen können, wenn wir das Gefühl haben, dass wir zu früh gegangen sind, oder wir eine enge Liebesverbindung hatten, oder um etwas wieder gut zu machen. Vielleicht waren wir schreckliche Eltern und wollen es diesmal anders machen und die Personen lieben, die wir vorher nicht geliebt hatten. Es kann viele Gründe geben, aber ich habe festgestellt, dass es möglich ist, zur selben Familie zurückzukehren und dass es eine Art Anziehung oder Wahlmöglichkeit gibt, in die wir involviert sind. Der wichtigste Fall in meinem zweiten Buch ist der eines Jungen, der zu seiner Mutter zurückkehrte, nachdem er mit zwei Jahren an Krebs gestorben war. 13 Jahre später kam er mit vielen Geburtsmalen und Geburtsfehlern zurück, die alle mit dem Krebs zu tun hatten. Also gab es physisch eine Wiederholung. Als ich von dem Fall erstmals hörte, informierte ich Ian Stevenson und Jim Tucker, und wir flogen gemeinsam nach Chicago, um ihn zu untersuchen, denn ich wusste, Ian würde an den Geburtsmalen und Geburtsfehlern interessiert sein. Ich glaube, es war während dieser Reise, als ich ihn fragte: „Was denkst Du, führt uns zur selben Familie zurück?“ Und er antwortete: „Ist Liebe nicht Grund genug?“ Das hätte ich von diesem Mann nicht erwartet.

Eine bewegende Antwort!

BOWMAN: Liebe ist Grund genug. Das ist ein Anziehungspunkt, eine starke Energie. Aber auch Aversion kann funktionieren. Ich habe bei Regressionstherapien mit meinen erwachsenen Klienten erkannt, dass die Reinkarnation in eine bestimmte Familie auch aus Gründen der Vergeltung stattfinden kann. Eine Rechnung ist noch offen und jemand kommt zurück. Auch das kann als Anziehungspunkt wirken, es muss nicht unbedingt eine angenehme Verbindung sein. Man versucht mit der Seele sozusagen einen neuen Zyklus. Also ich denke, es kann in jede Richtung gehen.

Das belegt auch die Annahme, dass wir einen freien Willen haben und unser Schicksal selbst gestalten, zumindest bis zu einem gewissen Grad.

BOWMAN: Zu einem gewissen Grad, ja. Aber ich denke, die Ansammlung von Mustern hat auch etwas damit zu tun. Das heißt, wenn wir ein besonderes Erlebnis brauchen, dann zieht es uns zu der entsprechenden besonderen Situation. Es geht darum zu lernen. Aber bestimmte Muster gehören untrennbar zu uns und setzen sich auch fort im Leben. Aber wir haben Entscheidungsmöglichkeiten …

Das jeweilige Muster findet die idealen Parameter im Leben, um sich auszudrücken zu können, damit wir daran arbeiten. Richtig?

BOWMAN: Ja, und damit kommt man dann zu den mystischen Aspekten: Hat es funktioniert? Wer plant was? Wie wird es geplant? Ich denke, es geht im Wesentlichen um eine energetische Übereinstimmung, um Energie und bestimmte Muster. Das finde ich so interessant!

Das sollte auch für den wissenschaftlichen Mainstream interessant sein. Auch hier sucht man ja seit der Quantenphysik, die jetzt schon 100 Jahre alt ist, nach neuen Antworten, nach Ideen, um die offensichtlichen Widersprüche zu lösen. Es ginge darum, sich ganz neuen Informationen und Hinweisen zu öffnen, sie in die wissenschaftliche Arbeit miteinzubeziehen, um diese weiterzubringen. Innovation benötigt oft Intuition, basiert manchmal sogar auf Träumen …

BOWMAN: Interessanterweise habe ich einen älteren Bruder, er ist ein Doktor, strenger Schulmediziner, Chirurg an der John Hopkins, einer Top Universität in den USA. Er hatte sein eigenes Labor, hat Nerven erneuert und hat wirklich Grundlagenforschung betrieben. Aber um seine Entdeckungen weiter voranzutreiben, spielte ein Traum seiner Frau eine wichtige Rolle. Sie ist keine Wissenschaftlerin, aber ihr Traum führte ihn zu einer wichtigen Intuition. Sogar Einstein betrachtete die Intuition als Teil im Gesamtprozess. Ein Wissenschaftler braucht Intuition, um weiterzukommen. Er sollte ihr folgen.

Und was ist Intuition? Woher kommt sie?

BOWMAN: Woher hatte sie Mozart? Er schrieb einfach nieder, was ihm einfiel. Und es war schon recht perfekt, gleich beim ersten Mal.

Manchmal kommen auch Nahtoderfahrene mit Talenten zurück, die sie vorher nicht hatten. Sie haben neue Fähigkeiten, die sie davor nicht gelernt oder sich angeeignet haben. Sie sind einfach da, nach ihrer Nahtoderfahrung …

BOWMAN: Wie etwa Musik komponieren zu können …

Zum Beispiel. Auch Sie haben ja so viele berufliche Fähigkeiten. Sie sind Autorin und Therapeutin. Wir konnten heute über einige Aspekte Ihrer Arbeit sprechen, vielen Dank dafür. Worauf konzentrieren Sie sich aktuell, wenn ich abschließend fragen darf.

BOWMAN: Auf meine Pension. Aufs Entspannen!

Okay, eine eindeutige Antwort. 

BOWMAN: Wissen Sie, ich habe so lange Zeit Gas gegeben. Und irgendwie hat mich die Pandemie gezwungen, es ein bisschen langsamer anzugehen. Ich bin bereit für diese Veränderung. Und jeder Astrologe, mit dem ich gesprochen habe, meint, es werde ein neues Buch herauskommen.

Und wird es ein neues Buch geben, auf das wir uns freuen können?

BOWMAN: Wenn ich die Zeit dafür finde – oder die Inspiration. Ich bin noch nicht bereit dafür. Ich habe daran gearbeitet, ich habe die Fälle. Sie liegen in meiner Schreibtischlade. Aber wenn ich an etwas arbeite, dann sollte es etwas Neues, noch nie Dagewesenes bringen. Ich war immer so. Das ist einfach meine Art. Ich warte also auf die Möglichkeit, über einen ganz neuen Aspekt nachdenken zu können, über etwas, das noch nie über dieses Phänomen gesagt worden ist.

Also über die Reinkarnation oder vergangene Leben?

BOWMAN: Ja. Es gibt Tausende Erwachsene, mit denen ich gearbeitet habe, die ich therapeutisch in vergangene Leben begleitet habe. Und ich habe auch hunderte Fälle von Kindern dokumentiert. Ich möchte dieses Wissen vereinen und die Muster in den verschiedenen Fälle beleuchten. Manchmal kann sich eine in der Kindheit nicht aufgearbeitete Erinnerung bis in das Erwachsenenalter fortsetzen –  und dann therapeutisch aufgelöst werden. Aber ich weiß noch nicht, wie ich das alles genau ausführen werde. Ich habe die Fälle – aber ich brauche eine Pause.

Das kann ich gut verstehen. Möchten Sie abschließend noch etwas zur gegenwärtigen Situation sagen, in der wir uns weltweit befinden?

BOWMAN: Viele Dinge, die rundherum passieren, sind miteinander verbunden, denke ich. Das Bewusstsein der Massen, die Klimaproblematik … Ich weiß nicht, was weiter passieren wird. Aber hier in den USA sehe ich sehr viele negative Dinge.

Nicht nur in den USA …

BOWMAN: Ich weiß. Es gibt einen Anstieg von Hass, und ich finde das sehr verstörend. Und die Frage ist wieder: Werden wir daraus lernen? Ich denke an die 1960-er Jahre, als wir diese Erkenntnis hatten, dass wir alle eins sind, dass alles Liebe ist … Es ist an der Zeit, sich das wieder ins Bewusstsein zu rufen, denn wir stehen hier auf der Erde wirklich am Abgrund. Wir schauen hinab … und es sieht momentan nicht gut aus.

Ich denke, das was das perfekte Schlusswort. Der Aufruf, etwas zu tun. Wir haben alle Informationen zur Hand, die nötig sind, um die durch unsere Spezies geschaffenen dramatischen Probleme auf Erden, vor denen wir stehen, zu lösen. Wir haben die Informationen. Alles was wir tun müssen, ist, sie so gut wie möglich zu nützen.

BOWMAN: Ja, danke für das Gespräch. Ich schätze es wirklich sehr, dass Sie mir diese Möglichkeit gegeben haben.

Ich danke Ihnen!

 

Interview: Werner Nieke

Übersetzung: Katrin Salhenegger-Niamir

Redaktion: Werner Huemer

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