Erlebnisse zwischen Diesseits und Jenseits | Stephen Webers Nahtoderlebnis und Nachtodkontakte

Stephen Weber erlebte nach einem beinahe tödlichen Motorradunfall während eines mehrwöchigen Komas eine tiefe Nahtoderfahrung. Als bald danach sein Sohn starb, erlebte er Nachtodkontakte, die ihn endgültig von einem Leben nach dem Tod überzeugten.

Guten Tag, Herr Weber! Ich möchte Sie zunächst kurz vorstellen: Sie haben gemeinsam mit ihrer Partnerin Cathy ein Buch geschrieben mit dem Titel „Der Ort zwischen hier und dort“. Im Jahr 2015 hatten Sie einen beinahe tödlichen Motorradunfall. Sie lagen drei Wochen lang im Koma. In dieser Zeit hatten Sie eine Nahtoderfahrung, und ich würde gerne mit Ihnen über Ihre Erfahrungen und Einblicke sprechen. Aber bevor wir darauf näher eingehen: Würden Sie uns etwas über den Tag des Unfalls erzählen? Was ist damals passiert?

WEBER: Ja. Ich lebe in einem Ort in Long Island, der Kings Point heißt, im Staat New York, in den USA. Ich fuhr damals in Richtung Osten zu den Hamptons, zum Grillen. Es war ein Sonntagnachmittag, ich machte das häufig. Ich bin mein ganzes Leben lang Harley Davidsons gefahren. Schon als kleines Kind haben mich Motorräder fasziniert, Pappmotorräder zum Ausschneiden und ähnliches. Ich fuhr also die Felder entlang, wie ich es so oft gemacht hatte. 

Es gab an dem Tag besonders viel Verkehr auf der Straße, vor mir musste ein Unfall passiert sein. Die Leute fuhren weit am Straßenrand und bogen nach rechts ab, um einem Stau zu entkommen. Und das machte ich dummerweise auch. Als ich zur Abzweigung kam, streifte mich ein Auto, es war eigentlich ein Lastwagen, an der Seite, an der linken Seite meines Körpers, und dann gingen plötzlich die Lichter für mich aus. Ich wusste nicht, was danach passierte. 

Als nächstes fand ich mich am Boden liegend. Ich schaute nach oben, sah Leute um mich herum stehen und auch Notfallausrüstung. Es musste einige Zeit vergangen sein, erst langsam wurde mir bewusst, was passiert war. Meine erste Reaktion war aufzustehen, um mein Motorrad zu finden. Wenn man fällt, soll man aufstehen. Wenn man nicht aufsteht, bleibt man unten. Ich weiß, es klingt seltsam, aber in diesem Muster dachte ich. Deshalb wollte ich aufstehen, obwohl das medizinische Personal mich drängte, liegenzubleiben. Es war ein bisschen wie bei Rocky. Ich wollte wieder aufstehen, aber da fühlte ich diesen stechenden Schmerz in meiner Hüfte. Sie erschien irgendwie nicht verbunden mit meinem restlichen Körper. Irgend etwas stimmte mit meinen Knochen nicht. Sie schienen sich in mich hinein zu bohren, es war ein furchtbarer Schmerz. Also habe ich meine Bemühungen aufgegeben und hingenommen, dass die Welt für mich nun anders sein würde. 

Das nächste, das ich bemerkte, war, dass ich durch die Wolken aufstieg. Ich konnte dabei keine klaren Gedanken fassen. Dann ging es wieder hinab durch die Wolken, und ich sah einen runden Kreis am Boden. Nun wusste ich, dass ich in einem Hubschrauber war und zum Krankenhaus Stony Brook geflogen wurde.

Aber wenn Ihr Körper im Hubschrauber lag, hätten Sie den Hubschrauberlandeplatz eigentlich nicht sehen können …

WEBER: Nein, das hätte ich nicht.

Oder konnten Sie ihn vom Fenster aus sehen?

WEBER: Nein, ich befand mich irgendwie außerhalb des Hubschraubers. Das war ja das Gruselige dabei. Ich war nicht drinnen – und das musste ich erst einmal verarbeiten. Ich brauchte einige Zeit, um zu realisieren, was passierte. Und, wie gesagt, ich landete in der Stony Brook Klinik. Das ist eines der besten Trauma-Zentren in den USA. Sie machen großartige Forschungen dort. 

Zum Glück wohnte ich in der Nähe der Stony Brook Universität, denn meine Wirbelsäule war gebrochen. Sie mussten zwei Metallreihen mit vielen Schrauben in meine Wirbelsäule einpflegen. Meine Hüfte war zertrümmert. Es waren einige innovative Operationen nötig. 

Aber das Hauptproblem waren innere Blutungen. Diese Blutungen hörten einfach nicht auf. Die Ärzte mussten mehrere Operationen durchführen, um herauszufinden, was das Problem war. Dann trat ein Kompartmentsyndrom auf, sodass ich ein Bein verlieren würde. Man musste eine Fasziotomie machen. Mein Körper verbrachte die nächsten drei Wochen in einem Krankenhausbett. Aber ich selbst war an einem anderen Ort, über den wir heute ja sprechen wollen. Ein Ort zwischen hier und dort …

Sind Sie während dieser Zeit aufgewacht?

WEBER: Ich dachte wach zu sein, war es aber nicht. Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich sicher war, dass jemand zu mir gekommen war, um zu beten. Ich dachte, dass man mich besuchte und dass ich wach in meinem Zimmer lag. Aber in Wirklichkeit gab es in dieser Zeit keinen solchen Moment des Erwachens und des klaren Bewusstseins, aus dem ich dann wieder zurückgekehrt wäre. Nein, das ist nicht passiert.

Was erlebten Sie während Ihrer Erfahrung?

WEBER: Ich möchte kurz vorausschicken, dass ich zu der Zeit auf einer Skala für Spiritualität auf Null gewesen wäre. Das ist nicht übertrieben. Aber ich war ein guter Mensch. Der Computertyp, ein Vater und Hausmann. Ich habe eine Computerfirma von zu Hause aus geleitet und war Vollzeitvater. Ich habe mich sehr um meine Kinder gekümmert. Ich habe hart für die Firma gearbeitet, und ich liebte meine Motorräder. Aber für eine solche Erfahrung war ich einfach nicht bereit.

Zu Beginn wusste ich nicht einmal, dass ich anderswo war. Dieses Erkennen entwickelte zunächst sehr langsam, aber je mehr Zeit verging, desto intensiver wurde das Erlebnis. 

Am Anfang befand ich mich in einer Situation, die ähnlich meiner Alltagsarbeit war. Ich habe die Computerprobleme verschiedener Leute gelöst, die ich nicht kannte, ich erlebte einfach Arbeitsroutine. 

Aber eines Tages sah ich einen Bekannten. Ich hatte ihn schon seit Jahren nicht mehr gesehen.

Ich begegnete also auch Leuten, die ich aus meiner Erinnerung kannte und interagierte mit ihnen. Und bald erlebte ich diese Menschen in unterschiedlichem Alter, wie auf Fotos, die jemanden in jungen Jahren und dann in alten Jahren zeigen, aber trotzdem erkennt man den gleichen Menschen.

Dann beschleunigte sich das Erleben. Ich begann Menschen in verschiedenen Formen und Größen wahrzunehmen. Zum Beispiel konnte ich einen Mann plötzlich auch als Frau sehen, oder ich sah ihn in ungewöhnlicher Größe. 

Ich habe „ihn“ gesagt. Was ich aber meine, ist das Geistwesen. Ich konnte es in verschiedenen Hüllen, Größen und Erscheinungsformen sehen. Und dabei immer erkennen, um welchen Geist es sich handelte. Ich begann also das Geistige zu empfinden und wahrzunehmen. Das, was von Anbeginn der Zeit an da war und immer da sein wird, den unsterblichen Teil des Menschen. Ich wurde gelehrt, ihn wahrzunehmen.

Ich lernte hier etwas, das ich „die Sprache des Universums“ nenne. Bestimmte Weisheiten über das Leben und seine Bedeutung. Aber es war nicht so, dass man mir sagte: „Okay, Steve, das ist der Anfängerkurs der Spiritualität. Hier ist das erste Kapitel, lerne jetzt das!“ Ich wurde nicht in dieser Art und Weise unterrichtet, sondern einfach durch das eigene Erleben. Ich lernte zum Beispiel, was Geist ist, indem ich eben Leute in verschiedenen Formen und Größen sehen und diese Erscheinungsarten als Teil von ihnen erkennen konnte. 

Und mit der Erkenntnis des Geistigen änderte sich vieles grundlegend. Ich erkannte, dass wir alle Geist sind. Ich begann, den Geist in jedem Menschen zu empfinden und bemerkte, dass alles Geist ist. Alles! Mir wurde auch bewusst, dass alle Geister verbunden sind. 

Jedes Erlebnis führte zu einem weiteren Erlebnis und einem weiteren Erlebnis, und damit verbanden sich immer die Erkenntnisse, die ich für die nächste Stufe brauchte. 

Wie gesagt, es hat mir niemand verbal etwas erklärt. Aber ich spürte eine innere Führung. Im Yoga nennt man das „Ong Namo Guru Dev Namo“ … Ich verbeuge mich, ich erkenne Deinen inneren Lehrer in Dir. Das heißt, ich habe gelernt, ohne dass mir jemand etwas sagen musste. Ich habe die Dinge erlebt, mein innerer Lehrer hat sie verstanden, und dann habe ich sie verstanden. Ohne dass mich jemand unterrichten musste, sind diese Erlebnisse einfach passiert und haben mein Bewusstsein geschärft. 

Hatten Sie den Eindruck, von jemandem begleitet zu werden?

WEBER: Nein, da war nur ich. Später haben sich noch andere Dinge ereignet, aber zu diesem Zeitpunkt wurde ich einfach einmal in diesen Bereich eingeführt, ich hatte aber keinen Überblick.

Wenn Sie sagen, dass alles Geist ist: Wie haben Sie das visuell konkret wahrgenommen? Können Sie das näher beschreiben?

WEBER: Sobald ich in der Lage war, Geist wahrzunehmen, ging es nicht mehr darum, etwas zu sehen. Ich habe das einfach empfunden. Ich spürte sofort, dass jemand um mich herum war, und auch, wer es war, und konnte mich darauf einstellen. 

Und als ich diese geistige Energie einmal wahrgenommen hatte, spürte ich, dass sie auch von anderswo kam, nicht nur von dem Geist in meiner Nähe. Ich konnte sie in allem spüren, was um mich war. Ich fühlte sie … hier und überall. Aber da war nichts Bestimmtes, das man sehen konnte. Man kann das vielleicht mit den Zellen in einem Körper vergleichen. Jede einzelne hat ihr eigenes Leben, aber sie weiß nichts vom großen Ganzen. Alle Zellen gemeinsam jedoch machen unser Bewusstsein aus … okay, über diese Annahme kann man debattieren … Jedenfalls begann ich das große Ganze zu empfinden. 

Sobald ich das Geistige wahrnehmen konnte, wurde es mir möglich, den Geist in allem zu spüren, die Verbindung im Geistigen. Und schließlich gelangte ich – in meiner ganz persönlichen Art und Weise – zur Überzeugung, dass der Schöpfer und die Schöpfung eins sind, dass wir nicht getrennt sind. Und dass auch Wissenschaft und Spiritualität dasselbe erklären wollen. Der Urknall und der Akt des schöpferischen Geistes sind dasselbe. Wir sind hier und bilden gemeinsam das Universum. Wir sind alle Sternenstaub, und wir sind zugleich alle Geist. Alles ist die Einheit.

Das gehört zu den Lektionen, die ich dort zu lernen begann, zu den Begebenheiten, die mir bewusst wurden, ohne dass mir jemand etwas erklären musste. Es war einfach so. Mit meinem Bewusstsein wuchs auch mein Verständnis – bis ich zu einem Punkt kam, wo es nicht mehr um das Lernen ging. Damit änderten sich die Dinge. 

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass dort Zeit nicht existiert, zumindest nicht so, wie wir es gewohnt sind.

WEBER: Was ist Zeit? Nicht physikalisch betrachtet, sondern im Alltag? Sie haben zum Beispiel einen Termin; das Brot schimmelt; die Sonne geht auf und versinkt wieder; Wasser beginnt zu kochen. Die Dinge passieren hier also nacheinander. Dort jedoch gibt es eine solche Abfolge nicht. Dort hängt die Wahrnehmung von Zeit mit dem Lernen zusammen, mit dem Prozess des Bewussterwerdens. 

Ich habe solche Prozesse durchlebt, angefangen mit der Wahrnehmung einer bekannten Person, dann in verschiedenen Formen und Größen, mit der Erkenntnis des Geistigen und den damit verbundenen Gegebenheiten. Und schließlich endete der Lernprozess, und es kam die nächste Stufe. Ich nenne sie den Ort meines Lebensrückblickes …

Im ersten Teil meines Erlebens war es eigentlich nur darum gegangen, mein Bewusstsein zu schärfen. Ich wusste das aber zunächst noch nicht. Ich meinte, dass es Gegebenheiten, wie ich sie erlebte, eigentlich nicht geben könne. Aber plötzlich fand ich mich in einer neuen Situation wieder, und ich vergaß diesen Gedanken, und mit der Zeit wuchs mein Verständnis. Anfangs entwickelte sich alles sehr langsam, aber mit meinem Begreifen erhöhte sich auch die Bewegung. 

In meinem Lebensrückblick konnte ich dann mein Leben als Zuschauer betrachten. Aber ich war nun ja in der Lage, das Geistige wahrzunehmen. Deshalb erschien mir jede Situation, in die ich involviert gewesen war, verändert. Mir war jetzt auch klar, weshalb andere beteiligt waren. Es ging nicht nur um mich. Ich hatte vielleicht eine Rauferei im Schulhof oder machte mit meiner Freundin rum. Aber wer immer an der Situation beteiligt war, sollte daraus für sich lernen, auf seinem eigenen Weg.

Mir wurden die multidimensionalen Aspekte des Lebens bewusst, dass sich die Wege von Menschen kreuzen – vielleicht für einen Moment, vielleicht auch für ein ganzes Leben. Aber wie auch immer – jeder Moment im Leben ist wichtig und für die Entwicklung bedeutend. 

Ich begann also, jede Situation tiefer zu verstehen. Und mir wurde klar, dass die Erfahrung das Wichtigste im Leben ist. Erfahrungen sind das einzige, was man mitnehmen kann. Deshalb sind wir hier. Das ist der Hauptgrund, warum wir leben: Um uns weiterzuentwickeln und im Geiste zu wachsen. Und indem wir wachsen, entwickelt sich auch das Kollektiv, die Schöpfung. Das ist der Sinn des Lebens. 

Als ich den Lebensrückblick durchlebte, wurde mir außerdem klar, dass gerade aus einigen der schrecklichsten Erfahrungen meines Lebens das größte Glück resultierte. 

Manche Momente in meinem Lebensrückblick durchlebte ich fast unendlich oft, bis ich daraus lernte. Aber jedes Mal, wenn ein solcher Prozess durchlaufen war, fühlte ich mich glückselig. Ich verarbeitete dadurch viele schwierige Situationen und kam zu Erkenntnissen, lernte ungelöste Probleme zu bewältigen und so gut wie möglich zu verstehen, was mir im Leben alles widerfahren war. 

Dabei konnte ich über mich hinaus wachsen – angetrieben von der Sehnsucht nach dieser Glückseligkeit, die mit der Verarbeitung von Situationen einher ging. Ich verspürte keinen Hass und keine Feindseligkeit mehr gegenüber irgend jemandem, auch nicht gegenüber mir selbst.

Es passiert so oft, dass sich Menschen selbst niedermachen. Sie fühlen sich schuldig, schämen sich oder bereuen so vieles in ihrem Leben und quälen sich damit selbst. Aber mit dieser Einstellung errichten sie in Wirklichkeit Blockaden, die sie daran hindern, ihre Lektionen zu lernen, um Frieden in dieser Welt zu finden – und in jener anderen, die danach kommt. 

Bei einem Lebensrückblick von größter Bedeutung sind das Verständnis für die Situation, das Wachsen daran und die Einsicht, dass die schlimmsten Dinge oft die wichtigsten im Leben sind. 

Warum also sollte man Hass oder Feindseligkeit gegenüber jemandem pflegen, der einem das Leben schwer macht? Ich denke, man sollte kein Märtyrer sein und es den Leuten nicht erlauben, einem Böses anzutun. Aber wenn etwas Schlimmes passiert, dann fühle keinen Hass, keine Feindseligkeit, keinen Neid! Versuche diese Blockaden beiseite zu schieben und zu verstehen, denn erst wenn sie gelöst sind, kannst du wirklich Frieden finden!

Es geht aber nicht darum, zwangsläufig aus Leid lernen zu wollen. Wer an einer Situation leidet, an einer Trennung beispielsweise, möchte diese Qual natürlich überwinden. Und ein Blick auf das eigene Leben kann dabei helfen. 

Seit ich es in meinem Lebensrückblick gelernt habe, versuche ich auch in meinem jetzigen Leben ständig zu lernen. Das Leben ist gut, und die Menschen sind gut, auch wenn traurige Dinge passieren. Nach diesem Motto gehe ich durchs Leben. Durch meinen Lebensrückblick lernte ich, die Schuld zunächst bei mir selbst zu suchen. Meine Frau hilft mir dabei sehr, denn sie weist mich gerne darauf hin, wenn ich etwas falsch mache. Sobald ich einen Fehler bei mir entdecke, spornt mich das an, mich zu verbessern. 

Während meiner Genesung geschah das oft. Ich wachte jeden Morgen mit Schmerzen auf, aber ich wusste, dass ich mich am Ende des Tages viel besser fühlen würde. Denn ich ging durch eine Phase, wo sich mein gesundheitlicher Zustand rasch verbesserte. 

Und so funktionierte auch der Lebensrückblick. Am Anfang wusste ich, dass es schwierig sein würde, aber mit der Zeit hatte ich den Eindruck, ich könnte … zum Beispiel für Manchester United spielen. Ich fühlte, dass während dieser Lebensrückblicke alles großartig für mich lief. Aber schließlich kam der Punkt, an dem dieser Lernprozess endete.

In Ihrem Buch beschreiben Sie vieles, mit dem sich sicher viele Leser gut identifizieren können. Ein Zitat, passt gut zu dem, was Sie vorhin erwähnt haben. Sie schreiben: „Das Leben auf der Erde mag schwierig sein, aber es ist das Leben, mit dem man sich am schnellsten weiterentwickelt.“

WEBER: Das ist sehr wichtig. Die Leute sprechen oft über vergangene Leben – und natürlich hat man hat viele Erlebnisse während seiner Inkarnationen, die das spirituelle Wachstum fördern. Darin liegt ja der Sinn des Lebens. 

Würde man auf diese Welt mit dem vollen Wissen und Bewusstsein kommen, das man in der geistigen Welt hat, würde man manchen Fehler nicht begehen. Man hätte genug Erfahrung, um Situationen zu vermeiden. Aber man würde dadurch bestimmte Lektionen nicht lernen. 

Als ich in der geistigen Welt war, konnte ich neue Schlüsse aus dem ziehen, was ich schon erlebt hatte. Aber es war mir kein intensives Erleben wie auf der Erde möglich. Auf der Erde ist man unwissend und muss sich im Ringen um Entwicklung immer wieder neu beweisen. Aber es gibt niemanden, der den inneren Fortschritt bewerten, also etwa sagen würde: „Du hast heute nichts gelernt. Wir hängen für Steve noch einen weiteren Tag an.“ Nein, dieses Lernen ist ein ganz natürlicher Prozess. So, wie auch das Sterben und die Rückkehr in die geistige Welt ein natürlicher Prozess ist.

Sie deuteten an, dass nach der Lebensrückschau ein anderes Erleben folgte …

WEBER: Ja. Nachdem ich die Sprache des Universums gelernt hatte und den Lebensrückblick durchgegangen war, hörte der Lernprozess auf und ich fand mich an einem Ort wieder, wo mein Wissen getestet wurde – ohne dass ich das zu dem Zeitpunkt wusste. Denn ich erlebte alles einfach als Fortsetzung des Bisherigen.

Ich fand mich in einer Situation wieder, in der ich auf junge Leute aufpassen musste, junge Erwachsene, denen ich eine einfache Aufgabe beibringen sollte. Aber egal was ich tat, die Leute hörten mir einfach nicht zu. 

Ich versuchte einen Draht zu ihnen zu finden: „Ich sehe euch und ihr seht mich. Okay, los geht’s! Rotes Team, blaues Team …“ Ich versuchte alles Mögliche, damit sie das tun, was sie tun sollten, aber sie hörten mir einfach nicht zu. Sie taten nie das Richtige. Ich versagte bei dieser Aufgabe und war mit meiner Weisheit am Ende. 

Dann erkannte ich ein höheres Wesen vor mir … was immer es war … meinen Boss. Und irgendwann begriff ich, dass ich mich selbst sah, mich selbst in dem Geist, dass ich vor meinem höheren Selbst stand. Das war natürlich nicht Stevie Weber, den ich da vor mir hatte. Das „Ich“ hier ist Stevie Weber. Aber Stevie Weber ist nur ein ganz kleiner Teil meines höheren Selbst. Und zu dem habe eine Verbindung empfunden, da war ein tiefes Verständnis und Wissen.

Mir war dabei nicht wirklich klar, was da vor sich ging. Aber die Gegebenheiten fühlten sich gut an, sie hatten eine starke Energie und Ausstrahlung. Nicht in Form einer Aura, die man, vielleicht mit technischer Hilfe, als orange oder gelb einstufen könnte. Nein, es war so wie zuvor, als ich lernte, geistige Energie zu empfinden. Jetzt konnte ich sie auch sehen. Und mit meinem höheren Selbst kommunizierte ich nicht etwa auf eine bestimmte Art und Weise. Ich befand mich einfach in der Huld des Geistigen, und ich begriff damit die geistige Sicht der Welt, des Universums. Sobald ich Gegebenheiten überdachte, flogen mir Ideen zu und ich konnte Dinge unmittelbar verstehen. Einfach indem ich in der Energie des höheren Wesens stand, offenbarte sich mir dieses umfassende Verständnis. 

Mir wurde bewusst, dass was ich immer ich gedacht hatte, unbedeutend gewesen war. Ich hatte bei diesen jungen Leuten versagt. Davor hatte ich zwar gelernt, das Geistige wahrzunehmen, aber als sich dann die Gelegenheit bot, das Gelernte anzuwenden, versagte ich. Ich hatte nur dumme junge Leute vor mir gesehen, ich hatte sie nicht geistig wahrgenommen. 

Mir wurde dann bewusst, dass es sich um Geister handelte, die noch eine Inkarnation benötigen. Ich hätte sie dabei begleiten sollen. Aber das hatte ich nicht begriffen. Ich hatte sie nicht in ihrer wahren geistigen Persönlichkeit gesehen, sondern einfach nur die Kinder-Gestalten.

Eine wichtige Lektion dabei war, dass aus einem Versagen ebenso Lehren gezogen werden können wie aus einem Erfolg. Ich möchte das besonders betonen: Nur weil ich versagt habe, bedeutet das nicht, dass kein Lernprozess stattfinden kann. Man muss nicht immer gewinnen. Man sollte nur jedes Mal eine Lehre daraus ziehen. 

Sobald ich dann das Geistige erkannte, verstand ich die jungen Leute, und alles änderte sich, ich gelangte zu dem letzten Ort … 

Wie schon erwähnt, lebe ich in einer kleinen Stadt. Es ist eine Stadt voller Landeier, die nicht viel von der Welt wissen. Wir sind die Arbeiterklasse, umgeben von besser ausgebildeten Leuten. Deshalb haben wir eine besondere Bindung untereinander, die Gemeinschaft der Arbeiter. An jedem Abend gehen wir zum Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen, manche nehmen einen Kaffee mit, andere haben Alkohol in ihren Bechern, und wir sehen uns gemeinsam die Sonne an. 

An diesem Platz fand ich mich nun wieder, und zwar gemeinsam mit zwei alten Freunden. Das waren die ersten Menschen, die ich wirklich kannte. Davor hatte ich Personen wahrgenommen, die ich vor Jahren einmal getroffen hatte. Aber das waren nun Menschen aus meinem Alltag, mit denen ich mir gewöhnlich den Sonnenuntergang ansah.

Wie schon erwähnt, an diesem Ort vergeht die Zeit nicht. Der Sonnenuntergang markierte also keine Tageszeit, sondern er gehörte einfach zu einem bestimmten Erleben. Ich saß also dort mit meinen beiden Freunden Joey und John. Joey war ein alter Kumpel von mir, er war in seinen Siebzigern. Bei einem Sprung ins Wasser, genau dort, wo wir saßen, hatte er sich vor Jahren seine Wirbelsäule gebrochen. Er war am Hals operiert worden und wie Frankenstein umher gegangen. Ein einzigartiger Typ! Ein alter Ire, der gut Geschichten erzählen konnte und witzig war. Ich mochte Joey einfach sehr. 

John war sozusagen die Stimme Gottes in der Kirche. Oft polterte er: „Und Jesus sagte …“ – aber er war auch ein toller Kerl, ebenfalls in seinen Siebzigern.

Ich habe viel Zeit mit diesen Typen verbracht, immer wieder haben wir den Sonnenuntergang betrachtet, und ich dachte mir nicht viel dabei. Bis mir dann bewusst wurde, dass Joey ja in diesem Jahr gestorben war. Ein Auto hatte ihn niedergestoßen. Er hatte Probleme gehabt, sich zu bewegen und war von einem Fahrzeug erfasst worden. Und John war in dem Jahr an Diabetes gestorben. Er hatte Sepsis in seinen Beinen gehabt und konnte nicht gerettet werden. 

Als ich das realisierte, dachte ich mir: „Was passiert hier?“ Ich begann zu analysieren, was ich erlebte, und plötzlich wurde mir sehr klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Weshalb sind Joey und John hier? Wie konnte das geschehen? Die Situation machte mir Angst: Ich sitze mit den beiden zusammen, sehe sie an, habe aber zugleich das unbestimmte Gefühl, dass ich sie nicht fragen konnte, weshalb sie hier sind. 

So konnte es nicht weitergehen. Es drängte mich immer stärker dazu, sie doch zu fragen – bis mir zuletzt klar war: Wenn ich das jetzt nicht anspreche, werde ich nie wieder die Möglichkeit dazu haben. Deshalb fragte ich schließlich. Das funktioniert dort aber nicht mit Worten, sondern einfach über Gedanken. Und die beiden antworteten, dass sie hier seien, um sicherzustellen, dass es mir gut ginge.

Ich wusste nicht, was das bedeuten sollte, denn bis dahin hatten die beiden in all dem, was ich durchgemacht hatte, keine Rolle gespielt. Ich verstand die Antwort einfach nicht. Ich fragte mich nur, was sie meinen könnten. Für mich war alles ok. Mir war ja nicht bewusst, dass ich einen Unfall gehabt hatte, denn ich konnte mich bewegen und alles machen.

Die Zusammenhänge waren Ihnen also noch nicht bewusst …

WEBER: Nein. Ich sah dann ein letztes mal den Sonnenuntergang, und plötzlich wurde es immer heller. Ich öffnete meine Augen, meine Mutter und meine Schwester waren da, und ich befand mich in einem Krankenzimmer. Meine Mutter hielt mir die Hand und erzählte, dass ich einen schlimmen Unfall gehabt habe, aber okay sein würde. Aber das war erst die halbe Geschichte …

Und ich wusste zunächst nicht, was ich von all dem halten sollte.

Das heißt, sie assoziierten Ihre Erinnerung nicht ohne weiteres mit in einer anderen Welt oder Dimension?

WEBER: Ich verdrängte sie. Ich dachte, das alles käme von meiner Kopfverletzung, vom Koma, oder von den Medikamenten, die ich im Spital bekommen hatte. Ich dachte an solche Ursachen.

ie wachten also nicht auf und wussten: Ich hatte eine Nahtoderfahrung …

WEBER: Nein! Es war ein bisschen wie ein Trip … Ja, ich fühlte mich okay, brauchte aber Zeit, mich daran zu gewöhnen. Ich fühlte mich wirklich prächtig, so, als ob alles Geschehene unsinnig gewesen und nur ein kurzer Moment vergangen wäre. Ich fühlte mich gut, wollte aufstehen und los starten – aber ich war niedergebunden. Das erste Mal, dass ich mit meiner Kleidung niedergebunden war. Ich bin fast ausgeflippt. Erst nach einiger Zeit habe ich realisiert, dass ich wirklich verletzt bin. Ich fühlte mich gesund, wahrscheinlich auf Grund der Medikamente. Ich fühlte mich, als wäre alles in Ordnung. 

Die erste Erinnerung, die mir dann sofort gegenwärtig war, betraf eine Person, von der ich dachte, dass sie im Krankenzimmer gewesen war. Ich war mir sicher, dass sie da war. Sie hat hier gebetet, aber ich spürte zugleich, dass sie auch an einem anderen Ort gebetet hatte. Die Person war mir vertraut, aber was sie gesprochen hat, habe ich mehr empfunden als gehört. Ich habe die Energie wahrgenommen, die sie in ihre Gebete legte; ich fühlte intensive Liebe, ihre große Besorgnis. 

Das hatte nichts mit Gebetsfloskeln zu tun, die man vor sich hersagt mit der Einstellung: Gestern hast Du nicht genug gebetet, aber heute schon. Bingo! Dein Wunsch wird Dir erfüllt werden! Nein, da war eine Energie, die mir Kraft gab. Ich habe diese Gebete gespürt. 

Und jetzt, nachdem ich aufgewacht war, hatte ich den Bezug zum Geistigen, und ich erinnerte mich klar, wer diese Person war. Es war meine Freundin Cathy, die Co-Autorin meines Buches. Zu dem Zeitpunkt war sie eine meiner „Mama-Freundinnen“. Wie Sie ja wissen, war ich ein Hausmann, Mr. Mama. Ich hatte nur Mama-Freundinnen im Elternverein. Cathy stand mir als Freundin nahe. Wir sind gemeinsam wandern gegangen, haben miteinander geplaudert; wir kannten uns schon seit etwa 20 Jahren. 

Ich habe mich dabei etwas komisch gefühlt, aber ich teilte ihr mit, dass ich sie in meinem Krankenzimmer wahrgenommen hatte. Aber sie versicherte mir, dass sie nicht da gewesen sei.

Sie war also nicht ins Krankenzimmer gekommen?

WEBER: Nein, aber ich hatte ihre Gegenwart gespürt. Und dieses Erlebnis war sehr wichtig für mich, denn damit begann eine andere Art von Freundschaft mit Cathy. Eine Zeit des Verständnisses, die dazu führte, dass ich meine Weltanschauung hinterfragte und einsah, dass ich diese anderen Ebenen tatsächlich erlebt habe. 

Seitdem fand ich viele Bestätigungen dafür, die wir detailliert in dem Buch beschreiben, aber es war ein langer, harter Weg, denn ich verdrängte diese Erlebnisse sehr lange. Ich bin eben ein Computertyp, das bin ich! 

Und ich denke auch, dass mir deshalb viele Dinge in recht logischer Form präsentiert wurden. Jeder Mensch muss zwar ähnliche Lektionen lernen, aber jeder erfährt sie in der ihm gemäßen Art und Weise. Steve, der Computertyp, verarbeitet Dinge anders als Sally, die Schauspielerin oder Musikerin, oder jemand in Indien oder sonst wo. Jeder lernt seine Lektionen, aber jeder hat einen anderen Lebensweg. 

In Ihrem Buch formulieren Sie: „Jede Erfahrung, die eine Seele zwischen hier und dort macht, ist speziell auf sie zugeschnitten, damit sie lernen kann.“

WEBER: Ja, genau. Das ist wahr. Hätte man mir dort irgendwie etwas anderes gezeigt, hätte ich es nie begriffen. Ich bin ein Computertyp – alles war auf meine Art abgestimmt.

Sie schreiben auch: „Was immer wir im Leben machen, hat eine doppelte Bedeutung“. Möchten Sie das kommentieren?

WEBER: Ja. Mein Lebensrückblick zeigte mir, dass es für mich immer einen Grund dafür gab, eine bestimmte Situation zu erleben. Und für die anderen Beteiligten gab es ebenfalls Gründe. Nehmen wir eine Rauferei auf dem Schulhof. 

Also, ich hatte diese Rauferei mit einem Jungen. Er hatte mein Mittagessen gestohlen oder sonst etwas getan. Aber hinter diesem Grund für das Zusammentreffen steht noch eine tiefere Bedeutung, die nichts mit dem Mittagessen zu tun hat. Es geht um die Lektionen, die gelernt werden müssen. 

Alle sind auf ihrem Weg und treffen aus unterschiedlichen Gründen in einer Lebenssituation aufeinander. Wir alle lernen auf andere Art und Weise aus der Begegnung in einer Situation. Das habe ich mit „doppelter Bedeutung“ gemeint. 

Sie beziehen sich in dieser Hinsicht aber auch auf ihre eigene Arbeit, der Sie eine tiefere Bedeutung geben wollen …

WEBER: Ja, es gibt noch ein paar andere Gegebenheiten, die damit zu tun haben. Ich bin zum Beispiel ein Mentor für junge Menschen. Also eigentlich für Ingenieure, brillante Leute, die viel intelligenter sind als ich. Ich betreue sie als Ingenieur bei ihrer Arbeit. Und ich bin immer wieder verblüfft, wie gut sie mich auch verstehen, wenn ich mit ihnen über Geistiges spreche, über den tieferen Sinn ihrer Arbeit, den Wert von Zusammenarbeit und die Lektionen des Lebens. Sie haben wirklich offene Ohren dafür. Und bei einigen von ihnen habe ich das Gefühl, dass wir einen besonderen Draht zueinander haben. Vielleicht ist er sogar zu ungewöhnlich, und ich muss Sorge haben entlassen zu werden – aber ich versuche einfach das umzusetzen, was ich an jenem Ort gelernt habe.

Ethik und Spiritualität sind in der heutigen Welt besonders wertvoll. Aber viele Menschen erleben das als eine Belastung. Sie wollten es beispielsweise vermeiden, unethisch zu handeln und wurden deshalb als dumm beschimpft. Nein! Es ist wichtig, den Prinzipien von Liebe, Licht und Verständnis zu folgen! Nach dem Gesetz der Anziehung baut man damit nicht nur seine eigene Welt, sondern wird auch zum Vorbild für andere. Und damit multipliziert sich diese Haltung.

Ich kann die Energie aus meinem Erleben immer noch spüren. Nicht mehr so klar wie dort, aber ich kann Menschen in ihrem Wesen lesen. „Lesen“ ist eigentlich das falsche Wort. Ich schaue ja nicht wie ein Voyeur auf sie. Ich nehme auf eine besondere Art und Weise ihre Energie wahr, genau so, wie ich die Energie meines höheren Selbst wahrnehme. 

Jeder Mensch kann die Energie anderer spüren. Als ich das lernte, wurde mir zugleich klar, dass ich diese Fähigkeit schon immer hatte. Aber ich hatte sie ignoriert, nicht für wahr gehalten. Denn es gab dafür keine wissenschaftliche Begründung. Und doch ist sie real. Es dauert einfach etwas, bis man sich daran gewöhnt …

Wann haben Sie denn endgültig akzeptiert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt?

WEBER: Ich denke, das war, als mein Sohn gestorben ist, als zwanzigjähriges Kind, ein fescher junger Mann. Er starb an einer Überdosis Heroin. Das war ein Jahr nach meinem Unfall …

Er war Wrestler, hat bei Meisterschaften mitgemacht und die Meisterschaft im Staat New York gewonnen. Er war auch ein begabter Musiker, hat wie Jimi Hendrix Gitarre und wie Mozart Klavier gespielt. Er spielte Saxophon und Trompete wie Dizzy Gillespie. Er war so unglaublich vielseitig. In der Erziehung dachte ich immer, dass die Künste, die Wissenschaft und der Sport gemeinsam für ein ausgeglichenes Leben sorgen. Aber das Geistige hatte ich vergessen, ich war damals kein spiritueller Mensch. Und als mein Sohn starb, fühlte ich mich furchtbar, schuldig, grübelte darüber, was ich falsch gemacht hatte.

Während dieser Zeit der Trauer wurde die Beziehung zu Cathy intensiver. Und eines Tages fragte sie mich, ob mein Sohn – er hieß Nick – vielleicht versucht hatte, mit mir Kontakt aufzunehmen. 

Das machte mich zunächst wirklich wütend, denn ich kämpfte nach seinem Tod mit all diesen Emotionen, und sie sprach von einem Kontakt zu Nick. Meine Reaktion war: „Okay, passt schon. Ich liebe dich, Schatz!“ Ich habe ihre Frage einfach ignoriert.

Aber dann passierte etwas. Cathy kaufte Statuetten der Heiligen Thérèse, einer katholischen Heiligen aus Frankreich, und nahm sie auf unsere Wanderungen nach Long Island mit. Dort stellte sie die Statuetten neben Bäumen auf, und wir schrieben mit einem Stift auf einen Stein Worte von Frieden und Liebe und des Gedenkens an Nick. Den Stift ließen wir bei den Steinen zurück, damit auch andere Leute für sich hilfreiche Worte auf Steine schreiben konnten.

Am nächsten Tag kamen wir zurück und fanden fünf oder sechs beschriebene Steine vor, später waren es 30, und mit der Zeit wurden es Hunderte. Steine mit den Namen von Menschen, mit Gebeten, Botschaften von Liebe, oder auch einfach mit der Bitte um eine Auszeit im Leben.

Das weckte ganz neue Gefühle in mir. Kennen Sie Stings Song von einer Flaschenpost? Er versendet eine Botschaft, und es kommen zehntausend zurück, und ihm wird bewusst, dass er nicht allein auf der Welt ist. Genau so wurde auch mir nicht nur klar, dass ich nicht allein bin, sondern auch, dass wir alle zusammengehören. Ich empfand wieder jenen tiefen Frieden, wie ich ihn auch an jenem anderen Ort schon empfunden hatte. Das war ein sehr wichtiger Schritt für mich. 

Und dann folgte eine weitere Begebenheit: Ein Cousin von mir ging zu einer Wahrsagerin, die ihm ausgerechnet von der Heiligen Thérèse erzählte, deren Statuetten wir aufgestellt hatten. Die Wahrsagerin teilte ihm mit, dass mein Sohn versuche, mit uns Kontakt aufzunehmen, und dass er in einer Verbindung mit Thérèse arbeite. Sie wollte wissen, ob uns das etwas sage, und Cathy erzählte von unserem Erlebnis. Aber die Wahrsagerin meinte, da müsse mehr dahinter stecken. Mein Sohn habe einen Gleichklang zur Heiligen Thérèse und er schicke Blumen. Das war nun wirklich seltsam, denn während der letzten paar Wochen hatten wir immer wieder auffällig viele Blumen gesehen. Cathy hatte schon vermutet, das müsse eine Botschaft sein, aber ich meinte nur: „Ach nein, das ist keine Botschaft. Das sind nur ein paar Blumen.“ Aber es war schon komisch … Rosen im Winter. 

Die Wahrsagerin gab uns daraufhin eine Karte, die wir auf unseren, wie wir ihn nannten, „Schrein“ legen sollten. Das machten wir. Und dort las ich auf der Karte, dass Thérèse am 2. Januar geboren war. Am selben Tag war mein Sohn geboren worden. Und der Tag, an dem Thérèse heilig gesprochen wurde, war der 17. Mai. Das war der Tag, an dem mein Sohn gestorben war. Das fand ich – der Computertyp, der gern mit Zahlen arbeitet – wirklich bemerkenswert.

Und dabei blieb es nicht, es wurde noch merkwürdiger. Ich habe tiefer nachzudenken begonnen und auch Cathy mehr über meine Erlebnisse erzählt. Erstmals habe ich über Details gesprochen, und dabei wurde mir bewusst, dass mein Sohn ja leben musste, dass er nun viele Dinge erlebte, die auch ich erlebt hatte, und dass er glücklich sein musste.

Ja, es war furchtbar, Nicks weiteres Leben nicht mitverfolgen zu können, aber: Ich würde ihn wiedersehen. Für sein höheres Selbst war alles in Ordnung. Es wurde mir klar, dass es ihm gut geht. Und nachdem ich das realisiert hatte – puff! – veränderte sich die Welt. 

Denn ich fühlte mich nicht mehr nur mit meinen spirituellen Erlebnissen verbunden, sondern ich bekam meinen Sohn wieder zurück. Die Trauer hatte mich belastet und blockiert. Jedes Mal, wenn ich an Nick gedacht hatte, waren mir wieder die schrecklichen Umstände seines Todes in den Sinn gekommen. Ich hatte mich einfach furchtbar gefühlt. Endlich war ich in der Lage, mich davon zu befreien. 

Wenn ich jetzt an ihn denke, dann erinnere ich mich an seine einzigartigen Eigenschaften. Er war ein bulliger Mann, konnte seine Gegner im Wrestling-Ring zerlegen und dann in einer Hotellobby eine wunderschöne Sonate spielen. Die Leute sahen ihn überrascht mit großen Augen an und konnten nicht glauben, dass das dieselbe Person war. Solche Begebenheiten wurden mir wieder gegenwärtig.

Aber mir wurde gleichzeitig auch klar, dass ich an mir selbst und an meiner Umgebung arbeiten musste, denn die Menschen meiner Heimatstadt sahen mich immer nur traurig und bemitleidend an. Ich erinnere mich an Nicks Begräbnis, wo mir nur Trauer und Kummer begegneten. Aber in Wirklichkeit bewegte die Leute weniger Nicks Tod, sondern der Gedanke, was denn wäre, wenn dieses Schicksal nicht meinen Sohn, sondern ihr Kind getroffen hätte. Sie dankten Gott dafür, dass es nicht so war … und fühlten sich schlecht deswegen. 

Als erstes brachte ich die Wrestling-Medaillen meines Sohnes seinem Trainer zurück. Ich traf ihn im Pub und hängte sie ihm um. Er solle sie als Andenken haben, aber er möge aufhören zu weinen. Das war ein erster Schritt, denn meine Freunde hatten es vermieden, mit mir über ihre Kinder zu sprechen. 

Wenn ich sie jetzt treffe, frage ich sofort: „Wie geht’s Frankie?“ Ich will alles hören und nichts versäumen. Das ist ein Teil des Heilungsprozesses. Und dabei halfen mir meine Erlebnisse an dem Ort zwischen hier und dort. Ich lernte zu verstehen – natürlich nicht alles, aber all das, was ich nötig hatte, um mit dem Geschehenen zurecht zu kommen, um es zu bewältigen und einen Sinn darin zu erkennen. Und das ermöglichte mir der Lebensrückblick, er half mir sehr. 

Natürlich trauerte ich, das dauerte tatsächlich ein ganzes Jahr lang. Aber als ich diesen Prozess durchlebt und abgeschlossen hatte, änderte sich alles – und zwar gründlich. Ich begann den Sinn des Lebens zu verstehen, und dass alles gut ist, auch wenn traurige Dinge passieren.

Ich vermisse meinen Sohn. Ich wünschte, es wäre anders gekommen. Und doch ist das Leben gut. Ich genieße es. Ich lerne, ich wachse. Ich erzähle anderen von meinen Erlebnissen, teile meine Geschichte. Nicht, um das Buch zu verkaufen. Ich bleibe der Computertyp. Aber es geht um die Botschaft, um ein tieferes Verständnis für die Liebe und das Leben. 

Gerade Hinblick auf all die verrückten Dingen, die auf der Welt passieren, sind diese Dinge so enorm wichtig für uns alle. Denn wir sollen lernen und wachsen.

Eine Begebenheit, die mich dann besonders stark mit meinem Sohn verband, war ein Strandspaziergang mit Cathy. Sie liebt Saint Germain, den Heiligen Germanus von Paris und die violette Flamme. Das ist eine wunderschöne spirituelle Sache. Aber ich ziehe sie damit gern ein wenig auf … eine Neckerei zwischen uns. Sie fragt Saint Germain beispielsweise nach einer Bestätigung für ihr Handeln oder bittet ihn um etwas. Das ist Cathy, das macht sie gerne. Und an dem Tag bat sie darum, am Strand violettes Glas zu finden. Wir haben den ganzen Tag gesucht, fanden aber keines. Und so gingen wir schließlich wieder, und sie meinte traurig, Saint Germain habe ihre Gebete nicht erhört.

Ich habe mich dann ein wenig lustig über sie gemacht. Nun, in dieser Hinsicht muss ich noch an mir arbeiten. Jedenfalls trafen wir beim Verlassen des Strand auf einen Welpen, einen Dalmatiner, der alles und jeden besprang. Wir lieben Hunde, haben selbst zwei, und begrüßten den Welpen; er hechelte zufrieden, alles war gut. Und dann fragten wir die Hundebesitzerin, wie er denn heiße, und sie antwortete, sein Name sei Violet. 

Ich war sprachlos, wollte aber neben der Dame nichts dazu sagen, denn die hätte wohl gedacht, wir spinnen. Später, beim Weitergehen, habe ich Cathy darauf angesprochen: „Der Name des Hundes war Violet!“ Aber sie war immer noch in dem Gedanken, am Strand kein violettes Glas gefunden zu haben. Und ich: „Cathy, der Name des Hundes war Violet! Verstehst du, was das bedeutet?“ Sie sagte nein, und ich: „Schatz, wir müssen diese Dame nochmal treffen! Wir müssen sie kontaktieren!“ 

Zeichen und Synchronizitäten sind geistige Kommunikationsmethoden. Das ist mehr, als wenn ein hellseherisches Medium verkündet, dass die verstorbene Oma Kontakt aufnehmen möchte. So etwas kann auch wichtig sein, aber hier ging es um genau das, was ich bisher vermisst hatte: Zeichen und Synchronizitäten – so kommunizierte Nick mit mir! Nicht über ein Medium, sondern auf diesem Weg!

Nachdem der Name des Hundes also Violet war, drängte ich Cathy, die Dame wiederzufinden. Ich wusste einfach, dass das ein Zeichen war. Unbedingt! 

Drei Wochen später trafen wir sie. Wir besuchten sie, erzählten ihr offen die Geschichte, und es stellte sich heraus, dass ihr Sohn unter ähnlichen Umständen wie Nick gestorben war!

Unfassbar, was da passiert ist: Cathy und ich gehen am Strand spazieren, suchen violettes Glas und treffen einen Hund namens Violet. Und dann stellt sich heraus, dass dessen Besitzerin ein ähnliches Schicksal hat, dass es diese Verbindung gibt …

Zeichen und Synchronizitäten – ich mag dieses Thema. So hatte mein Sohn mit mir kommuniziert. 

Auch andere Leute erzählen zum Beispiel, sie hätten von ihrer verstorbenen Oma so ein Zeichen erhalten. Es gibt diesen Wow-Faktor. Doch ich glaube, es sollte nicht nur darum gehen.

Für mich war es wichtig, nach der Botschaft hinter dem „Wow, das ist cool!“ zu suchen. Warum bekomme ich sie? 

Indem ich mich innerlich öffnete, erhielt weitere Einblicke in das geistige Leben. Und das war eine lebensverändernde Erfahrung für mich, die mir die Augen öffnete. 

Am Anfang stand die Frage im Raum, ob meine Erfahrungen durch Medikamente verursacht worden sind oder ob das alles vielleicht nur ein Traum war. Dazu kann ich sagen – nicht nur auf Grund meiner Erlebnisse, sondern eben auch der Bestätigungen, die ich nachher fand –: Nein, auf keinen Fall!

Ein passendes Zitat aus Ihrem Buch: „Wir bekommen viel mehr Hilfe, als uns bewusst ist. Die Lektion, die ich gelernt habe, ist, dass es Menschen im Geistigen gibt, die uns helfen, während wir auf der Erde sind.“

WEBER: Ja, für mich waren Joey und John solche geistigen Helfer. Sie waren da, um mir zu helfen, und zwar für meine Rückkehr hierher. Ich fühlte das während meiner Genesung. Natürlich war das keine Hilfe in der Form: „Komm schon Steve, mach noch eine weitere Liegestütze! Du schaffst das!“ Nein, was sie mir vermittelten, war die Gewissheit, dass alles gut wird. Ich wusste einfach, wenn ich das und das tue, wird es mir besser gehen. Damit habe ich die Krankenschwestern genervt, die armen Frauen. Sie haben so hart mit mir gearbeitet. Und sobald sie um die Ecke waren, stand ich auf, schnappte mir meine Gehhilfe und bin hinaus in den Gang. Und sie jagten mich wieder zurück. Nach all dem habe ich sie noch eine Zeit lang besucht …

Ich gab während der Genesungszeit alles. Ich wachte mit Schmerzen auf, aber ich wusste, es würde am Ende des Tages besser sein. Joey und John ließen mich diese Energie fühlen. Aber eben nicht, indem sie mir etwas Bestimmtes sagten. Ich spürte ihre Energie – so, wie ich Cathys Energie an diesem Ort spürte, oder wie ich die Energie meines höheren Selbst spüre. Die Wahrnehmung von Energie – das war es auch bei den beiden. 

In ihrem Buch beschreiben Sie ja auch, dass Sie versucht haben, Cathy telefonisch zu erreichen.

WEBER: Ja, ich wollte ihr eine Nachricht senden. Ich habe die Details vorhin nicht erwähnt. Ich wartete darauf, mein Mobiltelefon zu bekommen und war noch angebunden. Wie gesagt, es war eine sehr seltsame Situation. Ich wollte Cathy mitteilen, dass ich sie gesehen hatte, aber ich war intubiert. 

Sie waren sich also wirklich sicher …

WEBER: Ja, sobald ich aufwachte, war das der erste Gedanke. Nachdem ich meine Mutter gesehen und mich im Raum umblickt hatte, war das das Erste, an das ich dachte, als ich allein war. Und ich habe das Mobiltelefon genommen, das alle meine Adressen enthielt. Jemand musste diese Daten übertragen haben, auch Cathys Adresse war dabei. Also schrieb ich ihr eine Nachricht: „Danke, dass Du bei mir warst, als ich weg war, sehr weit weg … wenn du weißt, was ich meine.“ 

Und sie antwortete: „Was? Du weißt es?“ 

Nun, ich vermute, sie hatte schon Gefühle für mich, lange bevor ich sie ins Herz schloss. Es ging dabei um wirkliche Liebe, nicht nur um das, was man so Liebe nennt. 

Als ich im Krankenhaus aus der Narkose aufwachte, hatte ich zunächst Probleme damit, klar denken zu können. Es war nicht so, dass ich etwas komplett vergessen hätte, aber ich hatte Mühe, mich daran zu erinnern. Die Dinge waren einfach nicht präsent. Es fühlte sich so an, als ob ich zu einem Teil meines Geistes keinen Zugang hätte. Die Erinnerungen selbst waren nicht gelöscht, aber der Bezug zu ihnen fehlte. Es nahm einige Zeit in Anspruch, über die Erfahrungen nachzudenken.

Das erinnert mich an eine Begebenheit in meiner Heimatstadt. Dort gab es einmal eine psychiatrische Klinik, die in den 1990ern zugesperrt wurde. Viele aus unserer Arbeiterklasse hatten in diesem Spital als Pfleger und Helfer gearbeitet. Und zur Behandlung psychischer Krankheiten wurde damals die Schocktherapie eingesetzt, hauptsächlich Insulin-Schocktherapie. 

Ich führe machmal im Rahmen von Touren durch diese alte Klinik, und dabei habe ich von früheren Patienten erfahren, wie sehr sie diese Schocktherapien mochten. Sie erlebten das so, als würde ihr Gehirn wieder hochgefahren. Es gab ihnen die Möglichkeit, Dinge völlig neu zu überdenken. 

Diese Schilderungen ließen mich über meine eigenen Erlebnisse nachdenken, über meinen Lebensrückblick. Denn was ich erlebte, fühlte sich ebenfalls wie eine Neuausrichtung des Verstandes an, in einer viel gesünderen Art. 

Was man im Leben erfährt und wie man sich dabei fühlt, bleibt ja oft tief in der Vergangenheit verwurzelt. Ich aber hatte durch den Rückblick auf meines gesamten Leben die Gelegenheit, es mit dem Erfahrungsschatz eines über 50-jährigen Mannes noch einmal zu durchleben. Dadurch konnte ich sozusagen meinen reaktiven Verstand neu ausrichten. Und jetzt habe ich tatsächlich das Gefühl, einen viel gesünderen Verstand zu besitzen.

Manchmal frage ich mich immer noch, ob all das, was ich erlebt habe, wirklich so passiert ist. Habe ich tatsächlich aus meinem Lebensrückblick gelernt?

Jedenfalls erscheint mein Verstand neu programmiert, und das erlebe ich als ein Geschenk.

Aber ich frage mich auch: Warum ist das passiert?

Dazu habe ich eine Vorstellung. Ich weiß, dass ich hier mit einem Mediziner spreche und dass das, was jetzt kommt, lächerlich klingen mag. Möglicherweise ist es absoluter Quatsch, aber ich möchte den Gedanken jetzt trotzdem los werden. 

Ich war ganz nah dran zu sterben, und ich denke, dass der Körper in dieser Situation alles Mögliche versucht, um zu überleben. Ich stelle mir vor, so nah am Tod entsorgt das Gehirn das reaktive Gedächtnis und versucht auch dadurch zu bewirken, dass es einem besser geht. Und ich glaube, eine Schocktherapie trickst den Körper ähnlich aus, so dass er denkt, es gehe um einen Überlebenskampf. 

Vielleicht ist das alles auch großer Quatsch, aber zu diesem Bild habe ich gefunden, als ich darüber nachdachte, was mit mir und meinem Verstand passiert ist; was zu den großen spirituellen und physischen Veränderungen geführt hat, sodass ich heute die Person sein kann, die ich bin.

Diese Zeit umfasst die schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe – natürlich mit der Ausnahme, dass ich meinen Sohn verloren habe. Dennoch würde ich einen Tag aus meinem Leben jetzt nie mehr mit einem Tag vor vor dem Motorradunfall tauschen wollen. Auf keinen Fall. 

Ich will damit nicht sagen, dass mein Leben schlecht war. Nein, es war schön, aber jetzt kenne ich etwas anderes. Jetzt ist es besonders schön. Natürlich habe ich auch schlechtere Tage. Der heutige zum Beispiel fühlt sich eher mäßig an. 

Spiritualität ist wie ein Garten. Ich kann nicht nur da sitzen und mich mit allem zufrieden geben, mir selbst auf die Schulter klopfen und sagen: Bravo, Stevie, du hast dich perfekt an die Welt angepasst und Du hast ein Buch geschrieben. Nein, in dem Garten gibt es immer auch Unkraut zu jäten. Wenn ich das verabsäume, wächst und wächst es, und schließlich befinde ich mich an einem Ort, an dem ich nicht sein sollte. Dann beginne ich erneut zu jäten, was so lang dauern kann, dass es vielleicht besser ist, die Erde auszutauschen. 

Ich habe also auch anstrengendere Momente, aber das Leben ist jetzt um so viel besser! 

Ich habe auch keine Angst mehr vor dem Tod. Ich möchte so viel wie möglich aus dem Leben herausholen, so viele Erfahrungen sammeln wie ich nur kann … denn stellen Sie sich einen Lebensrückblick ohne Erfahrungen vor. 

Ein solcher Lebensweg mag auch in Ordnung sein – für einen Mönch auf einem Berg zum Beispiel, der nur von seinem Reis lebt. Aber allgemein rate ich, das Leben in seiner Fülle zu leben. Lebe, lerne, weine, geh durch Erfolge und Niederlagen! Lebe das Leben und vermeide es, Dinge anzuhäufen! Wenn Du die Möglichkeit hast, entweder eine Reise zu machen oder einen Ring zu kaufen, dann wähle die Reise. Leben! Darum geht es. Das ist meine Botschaft. 

Es werden auch schlimme Dinge passieren, aber man kann daraus lernen und wachsen. Finde einen neuen Weg, andere geeignete Möglichkeiten. 

Niemand, der sich spirituell auf den Weg macht, sollte nicht glauben, Erleuchtung zu finden, nur indem er sich meine Geschichte anhört. Ich weiß ja nicht einmal selbst, ob ich erleuchtet bin. Jeder muss seinen Weg finden. Vielleicht können meine Erfahrungen eine Tür öffnen, vielleicht wird jemand später nie wieder durch diese Tür gehen. Wirklich wichtig ist es, ans Ziel zu kommen. Und das ist, was ich mir erhoffe. 

Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen und Einblicke mit uns geteilt haben. Und lassen Sie mich noch anmerken: Menschen, wie Sie, die so wertvolle Erfahrungen machen und darüber berichten, tragen viel dazu bei, dass sich unser Verständnis für das Leben und das Sterben, und vielleicht auch für das Leben nach dem Tod weiter entwickelt. Je mehr individuelle Berichte wir diesbezüglich sammeln können, umso klarer werden die Zusammenhänge zwischen hier und dort. Ich denke, dass es für die Menschheit wichtig ist, diesen Schritt von einer rein materialistischen Sicht in eine offenere, lebendige Welt zu gehen! Daher nachmals vielen Dank an Sie!

WEBER: Ich möchte doch auch noch einen Punkt ansprechen. Es geht um einen Wissenschaftler von der Stony Brook Universität, dem ich selbst aber noch nie über den Weg gelaufen bin: Sam Parnia. Er ist Herzchirurg, glaube ich. Jedenfalls hatte er immer wieder mit Situationen zu tun, in denen Menschen von Nahtoderfahrungen berichten, und er hat sich dafür zu interessieren begonnen. Dr. Parnia wies darauf hin, dass die Medizin zu einem Punkt gekommen sei, an dem es möglich ist, die Leben vieler Menschen zu retten, die früher gestorben wären, und dass es heutzutage deshalb viel wahrscheinlicher ist, dass Menschen nach einer lebensbedrohlichen Erfahrung in der Lage sind, von ihren Erlebnissen zu berichten. 

Der Punkt ist also, dass wir wohl, je weiter sich die Medizin entwickelt, immer mehr solche Geschichten hören werden. Und zugleich werden wir bessere Möglichkeiten haben, sie zu erforschen und diese Dinge durch die medizinische Technologie zu verstehen. 

Ich bin zu 100 Prozent Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, dass es mehr gibt als die materielle Welt. Wir werden Bestätigungen dafür finden. Die Menschen werden ihren Verstand und ihre Herzen öffnen. Man kann Wissenschaftler und trotzdem spirituell sein. Das ist möglich! Also streiten wir nicht. Es geht uns allen doch um das Gleiche.

Einer meiner Bekannten, der nur an die Wissenschaft glaubt, meinte einmal, dass Leben nichts anderes sei als Körperzellen. Überall im Universum, wo es ähnliche Verhältnisse wie auf der Erde gibt, würde auf dieser Basis Leben entstehen. So arbeite das Universum. Und ich sagte: Genau das gilt auch für den Geist. Er ist und wirkt überall. Wir sprechen im Grunde vom Gleichen. 

So, aber jetzt sollte ich nicht noch weiter reden, sondern das Gespräch beenden. 

Wir werden sicher noch sehr viel mehr entdecken und sollten am Ball bleiben!

Genau! Auf Wiedersehen! Danke und alles Gute!

Credits:
Interview, Kamera, Regie: Jens Rohrbeck
Übersetzung: Katrin Salhenegger-Niamir
Redaktion, Schnitt, Voice-over: Werner Huemer

℗ Mediaservice Werner Huemer
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